Stressreaktivität und Mutter-Kind-Interaktion im Säuglingsalter von 4 Monaten

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Einleitung: Basierend auf den Erkenntnissen der aktuellen Literatur wurde der Frage nach einem Zusammenhang zwischen der mütterlichen Sensitivität und der kindlichen Cortisolausschüttung auf eine Belastung nachgegangen. Zusätzlich wurden mütterliche Persönlichkeitsmerkmale (Depression/Angst, Aggressivität) sowie Kontrollvariablen erhoben.Methode: Die Stichprobe bestand aus n=87 4-monatigen Säuglingen und deren Müttern. Bei einem Untersuchungstermin im Videolabor wurden vier Speichelproben der Säuglinge entnommen (vor Stressbeginn sowie 15, 25 und 37 Minuten nach Stressende). Als Stressor fungierte ein Ausschnitt aus dem Bayley-Entwicklungstest. Die 10-minütige Mutter-Kind-Interaktion wurde im Anschluss aufgezeichnet und im Hinblick auf die mütterliche Sensitivität (entspr. der Skala des Mannheimer Beurteilungsverfahrens der Mutter-Kind-Interaktion) beurteilt. Die Mütter sammelten den Urin des Kindes jeweils drei Stunden am Vormittag und Nachmittag des Vortages der Untersuchung. Es wurden zweifaktorielle Kovarianzanalysen mit hoher vs. geringer Sensitivität der Mutter (resp. Depression/Angst und Aggression) als Gruppenfaktor und den Cortisolproben als Messwiederholungsfaktor berechnet.Ergebnisse: Es zeigte sich im Mittel eine Cortisolresponse auf den Stressor. Alle Säuglinge zeigten eine höhere Cortisolkonzentration im Vormittagsurin als am Nachmittag. Es konnte kein Zusammenhang zwischen der mütterlichen Sensitivität und der kindlichen Cortisolresponse auf eine Belastung nachgewiesen werden. Allerdings fand sich eine höhere Cortisolkonzentration im Urin von Säuglingen mit wenig sensitiven Müttern. Außerdem fanden sich Zusammenhänge mit der mütterlichen Depressivitäts-/Ängstlichkeitsneigung sowie mit der mütterlichen Aggressivität bzw. dem unkontrollierten Ärger. Diskussion: Im Rahmen dieser Arbeit konnte ein Einfluss der Mutter-Kind-Beziehung auf die Cortisolresponse von viermonatigen Säuglingen auf eine Belastungssituation nicht nachgewiesen werden. Möglicherweise war der hier gewählte Stressor nicht potent genug. Auch die Mutter-Kind-Interaktion könnte durch die gestellte Situation im Untersuchungslabor verzerrt worden sein. Hier empfiehlt es sich, ggf. eine längere Episode der Mutter-Kind-Interaktion zu beobachten und/oder zusätzliche Untersuchungen in der häuslichen Umgebung durchzuführen.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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