Diese Dissertation befasst sich mit der Frage, welche Faktoren das Outcome von Patienten mit SEA beeinflussen.Alle Patienten mit SEA, die sich zwischen 2002 und 2010 in der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Gießen in einer stationären Behandlung befanden, insgesamt 48 Patienten (18 weibliche, 30 männliche) mit einem Durchschnittsalter von 60,2 Jahren (19 bis 78 Jahre), wurden identifiziert. Die retrospektiv gesammelten Daten umfassten Alter, Geschlecht, Risikofaktoren, Voroperationen, Symptome, Segmentbefall, Entzündungsparameter, Antibiotikaresistenz, frühere Infektionen sowie Liegezeit. Diese Daten wurden hinsichtlich des Outcome ausgewertet.Der SEA betraf bei 66,7 % der Patienten ein einziges, bei 33,3 % mehr als ein Segment mit folgender Lokalisation: 53,3 % LWS, 26,7 % BWS und 20,0 % HWS. Der bei 62,5 % am häufigsten nachgewiesene Erreger war Staphylococcus aureus. Die höchsten Entzündungsparameter traten bei den meisten Patienten zwischen Aufnahme- und viertem Tag auf.Anhand des Glasgow-Outcome-Scores zeigten 31,3 % der Patienten ein schlechtes und 68,7 % ein gutes Outcome. Die Gesamtmortalität betrug 8,3 %.Ein statistisch signifikant schlechteres Outcome hatten Patienten mit vorausgegangener Infektion (p = 0,04), Diabetes mellitus (p = 0,048), hoher Leukozytenzahl bei Aufnahme (p = 0,004) oder im Verlauf (p = 0,024), hohem CRP-Wert bei Aufnahme(p = 0,043) oder im Verlauf (p = 0,009) sowie Erregern mit Penicillinresistenz(p = 0,037). Keine statistisch signifikanten Unterschiede im Outcome gab es hinsichtlich Voroperationen (p = 0,509), Geschlecht (p = 0,69), Alkohol- (p = 0,579) und Nikotinabusus (p = 0,738), Steroidtherapie (p = 0,542), Schmerzen (p = 0,532), Blasen-Mastdarm-Störung (p = 0,720), Aufnahme- und Maximaltemperatur (p = 0,757 bzw. p = 0,251) und Ausmaß der Segmentbeteiligung (p = 0,186).Es gibt prädisponierende Faktoren für ein schlechtes Outcome: Diabetes mellitus, eine vorausgegangene Infektion, Erreger mit Penicillinresistenz, hohe Entzündungsparameter bei Aufnahme oder im Verlauf und bedingt ein hohes Patientenalter sowie ein sensorisches Defizit bei Aufnahme.
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