Keratometrie des gesunden Katzenauges
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Zusammenfassung
Das Ziel dieser Arbeit war es, mit Hilfe eines tragbaren Keratometers an einer großen Population von Katzen biometrische Daten der Hornhaut zu ermitteln. Diese können vielfältig eingesetzt werden, unter anderem zur Berechnung von Intraokularlinsen nach einer Kataraktoperation und zur besseren Anpassung von Kontaktlinsen. Die Keratometrie wird bei der Katze erstmals 1914 von Bayer durchgeführt, es gibt aber keine Angaben über die Messmethode und die Anzahl der gemessenen Katzen. Zu dieser Zeit ist die Vermessung der Hornhaut sehr umständlich, erst durch die Entwicklung schnellerer und kleinerer Geräte ist der Einsatz der Keratometer am Tierauge einfacher durchführbar. Für die Humanmedizin trägt die Hornhauttopographie als Weiterentwicklung der Keratometrie als eine häufig durchgeführte Standard-Untersuchungsmethode zur präoperativen Kunstlinsenberechnung und zur Anpassung von Kontaktlinsen bei. In der Tiermedizin wird die Keratometrie, außer für wissenschaftliche Zwecke, bislang sehr selten eingesetzt. Mit dem portablen Handkeratometer der Firma Alcon PharmaR wurden im Zeitraum von Januar 2009 bis Dezember 2011 die Augen von 388 Katzen vermessen. Die Katzen wurden in verschiedene Gruppen zur Unterscheidung der Kopfform eingeteilt. In der vorliegenden Arbeit wurden bei den untersuchten Katzen folgende Werte ermittelt: der horizontale Hornhautradius in Millimeter (Base1), die Hornhautbrechkraft im horizontalen Meridian in Dioptrie (K1), der vertikale Hornhautradius in Millimeter (Base2), die Brechkraft der Hornhaut im vertikalen Meridian in Dioptrie (K2), der Hornhautastigmatismus (DeltaK/& #916;K) und die Achsenlagen der Meridiane in Grad. Es wurde statistisch untersucht, ob der physiologische Augeninnendruck, das Alter, die Körpermasse, das Geschlecht, die Augenseite und die Kopfform einen Einfluss auf die Messwerte haben. Der physiologische Augeninnendruck & #8804; 25 mmHg hat nachweislich keinen statistischen Einfluss auf die biometrischen Messwerte. Ebenso gilt dies für die Augenseite und das Geschlecht der Tiere. Das Alter der Tiere hat bezüglich des horizontalen Hornhautradius einen signifikanten Einfluss. Knapp nicht signifikant, aber verdächtig verhält sich der vertikale Hornhautradius in Zusammenhang mit dem Alter. Für beide Hornhautradien konnten aber auch nicht-lineare Regressionsgleichungen errechnet werden. Diese Exponentialfunktion konnte durch eine nicht-lineare Regressionsgleichung Y = E A * e b * x + & #949; dargestellt werden. Dabei steht Y für die zu untersuchende Messvariable, E, A und b sind einzusetzende Konstanten, e steht für die Eulersche Zahl (2,71828), x für das Alter der Tiere in Monaten und & #949; für die Zufallsabweichung. Die Körpermasse hat einen statistisch hoch signifikanten Einfluss auf die horizontalen und vertikalen Hornhautradien. Die Beziehung zwischen Körpermasse und Hornhautradius in Millimeter ist durch linear ansteigende Werte gekennzeichnet. Sie lässt sich durch die Gleichung Y = a + b * (KM ØKM) darstellen, Y steht hier für die zu untersuchende Messvariable, a für den bereinigten Mittelwert, b für den Regressionskoeffizienten, KM für Körpermasse und øKM für das durchschnittliche Gewicht einer adulten Katze in der vorliegenden statistischen Auswertung (= 4,35 kg). Pro Kilogramm Körpermasse nimmt der horizontale Hornhautradius um 0,1 Millimeter und der vertikale Hornhautradius um 0,09 Millimeter zu. Die Werte für die Hornhautbrechkraft in Dioptrie sinken mit zunehmendem Gewicht: im horizontalen Meridian um 0,42 Dioptrie pro Kilogramm Körpermasse und im vertikalen Meridian um 0,39 Dioptrie pro Kilogramm Körpermasse, bezogen auf die durchschnittliche Körpermasse aller adulten Katzen von 4,3 Kilogramm. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe hat einen statistisch signifikanten Einfluss auf den vertikalen Hornhautradius, für den horizontalen Radius ist der Einfluss nicht signifikant. Die Messwerte zeigen, dass bei adulten Tieren der vertikale Hornhautradius in Millimeter größer oder gleich dem horizontalen Hornhautradius ist. In der größten Gruppe der Europäisch Kurzhaar liegt der durchschnittliche Wert des vertikalen Hornhautradius bei 8,85 Millimeter, der durchschnittliche Wert des horizontalen Hornhautradius bei 8,81 Millimeter (250 gemessene rechte Augen, 247 gemessene linke Augen). In der Gruppe der brachyzephalen Rassen liegt der durchschnittliche Wert des vertikalen Hornhautradius bei 9,09 Millimeter, der durchschnittliche Wert des horizontalen Hornhautradius bei 8,84 Millimeter (23 gemessene rechte Augen, 25 gemessene linke Augen). In der Gruppe der großrahmigen Rassen liegt der durchschnittliche Wert des vertikalen Hornhautradius bei 8,98 Millimeter, der durchschnittliche Wert des horizontalen Hornhautradius bei 8,92 Millimeter (75 gemessene rechte Augen, 73 gemessene linke Augen).Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
