Laparoskopisch kontrollierte Biopsie der Blinddarm- und Dünndarmlymphknoten zur Paratuberkulose-Frühdiagnostik bei Kälbern

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Ziel der vorliegenden Arbeit war die Entwicklung eines Verfahrens zur laparoskopisch kontrollierten Biopsie von Blinddarm- und Dünndarmlyphknotens bei Kälbern. Denn die Untersuchung dieser Lymphknoten gilt noch wie vor als Goldstandard in der Paratuberkulose- Diagnostik bei Rindern. Material und Methodik: Nach einer Pilotstudie am 5 Kälbern wurden 15 klinisch gesunde männliche Kälber der Rasse Deutsche Holsteins in die eigentliche Studie einbezogen. Der Altersdurchschnitt (x overline) aller Tiere zum Zeitpunkt der Operation lag bei 16,5 Tagen, wobei das älteste Tier 30 Tage und das jüngste 14 Tage alt waren.Grundlage der Bewertung des laparoskopischen Verfahren waren folgende Hauptzielkriterien: Erfolgsrate, Komplikationsrate und Durchführbarkeit der Operation.Zusätzlich wurden täglich folgende Parameter erfasst: Bauchdeckenspannung, Wundinfektionen, Herz- und Atemfrequenz, Körpertemperatur und Futteraufnahme. Zusätzlich wurde jeweils eine Blutprobe an den Tagen 1 und 7 a. op. sowie am 8., 14. und 21. Tag p. op. aus der Vena jugalaris entnommen, Bestimmt wurden die Erythrozytenzahl, der Hämoglobingehalt, der Hämatokritwert, die Leukozytenzahl, der Fibrinogengehalt, die Plasma-Glukosekonzentration, der Harnstoffgehalt und die Blutgaswerte.Ergebnisse: Der laparoskopische Eingriff konnte bei allen Tieren ohne größere Komplikationen durchgeführt werden. Die Sedation und Anästhesie mit 0,05 mg / kg Detomidin i. m., gefolgt von 6 mg / kg Ketamin i. v. sowie das angelegte Pneumoperitoneum wurden von allen 15 Kälbern gut toleriert. Die gesamte Operationsdauer betrug zwischen 18 und 37 Minuten (x overline = 26,2 ± 5,0 Minuten).Bei allen 15 Versuchstieren konnte jeweils ein Jejunallymphknoten bioptiert werden, so dass die Erfolgsrate - bezogen auf diesen Lymphknoten - 100 % betrug.Das Auffinden des Ln. ileocaecalis war bei 14 Kälbern erfolgreich. Abgesehen von dem einen Fall, bei dem aufgrund übermäßiger Fetteinlagerungen in der Plica ileocaecalis der Blinddarmlymphknoten laparoskopisch nicht zu identifizieren war, konnte soweit stets ein Bioptat aus diesem Lymphknoten gewonnen werden. Die Erfolgsrate der Bioptatentnahme aus dem Blinddarmlymphknoten lag somit bei 95 %.Bei drei Tieren traten leichte Reaktionen im Bereich der Insertionsstellen auf (leichte Wundschwellung, subkutanes Emphysem), die sich aber innerhalb von drei bis vier Tagen vollständig zurückbildeten. Bei der Sektion fanden sich keine Hinweise auf eine Wundinfektion oder Peritonitis. An den Biopsiestellen konnten zu diesem Zeitpunkt lediglich noch kleine Blutkoagula festgestellt werden. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass die Technik der laparoskopisch kontrollierten Biopsieentnahme von Darmlymphknoten bei Kälbern sicher und schnell durchzuführen ist. Diese Verfahren könnte somit eine wertvolle Ergänzung der diagnostischen Möglichkeiten zur Erkennung von Infektion mit Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis darstellen.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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