Die Funktion von Juv-p120 im Verlauf der Infektion mit Litomosoides sigmodontis

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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Synthese und den Wirkungen eines exkretorisch-sekretorischen Produkts, Juv-p120, aus der Nagetierfilarie Litomosoides sigmodontis, für das eine immunmodulatorische Funktion vermutet wurde. Es handelt sich um ein hochgradig mit über Phosphatbrücken gebundenem Dimethylaminoethanol (DMAE) modifiziertes Molekül mit einer molekularen Masse von ca. 130 kDa. Es wurde von in vitro in proteinfreiem Milieu gehaltenen, 39 Tage alten präadulten Parasiten gewonnen. Es lässt sich mittels eines polyklonalen, in erster Linie gegen die Modifikation gerichteten Antiserums in Form einer Doppelbande im Bereich von 130 - 150 kDa nachweisen. Das Molekül wurde angereichert durch Filtration durch eine Membran mit einer Ausschlussgrenze von 100 kDa. Die nachfolgenden Untersuchungen wurden teils vergleichend mit Mastomys coucha und BAL/c-Mäusen durchgeführt. In M. coucha betrug die Rückfindungsrate 120 Tage nach quantitativer L. sigmodontis-Infektion 23 %, bei BALB/c-Mäusen 80 Tage p. i. 5 %. Daneben fanden sich bei Mäusen in etwa gleicher Menge tote, abgekapselte Parasiten. M. coucha entwickelten eine ausgeprägte Parasitämie, in den Mäusen ließen sich nur vereinzelt Mikrofilarien nachweisen. Juv-p120 wird von L3, L4 sowie in geringen Mengen von jungen Weibchen synthetisiert und konnte im Blutplasma L. sigmodontis-infizierter BALB/c-Mäuse 31 bis 51 Tage p. i. nachgewiesen werden. Antikörper gegen Juv-p120 ließen sich in infizierten Mäusen ab Tag 14 p. i., in M. coucha ab Tag 35 p.i., in geringen Mengen noch 70 und 160 Tage p. i. nachweisen. Mit angereichertem Juv-p120 (nÜP) immunisierte M. coucha zeigten nach Belastungsinfektion eine tendenziell reduzierte Parasitämie. Die Wurmzahl war nicht beeinträchtigt, doch entwickelten die weiblichen Würmer einen erhöhten Anteil an pathologisch veränderten Embryonen. Bei immunisierten Mäusen ließ sich kein Einfluss auf eine Belastungsinfektion nachweisen. Milzlymphozyten infizierter M. coucha proliferierten anders als die nicht infizierter Tiere nach Stimulation mit ConA in der Präpatenz kaum, in der Patenz und Postpatenz nicht mehr. nÜP induzierte lediglich in der frühen Patenz eine Proliferation. Zellen aus infizierten BALB/c-Mäusen reagierten auf ConA in der frühen Präpatenz und beginnenden Patenz schwächer als nicht infizierte Kontrollen, proliferierten aber dann mit der Infektionsdauer zunehmend nach Stimulation mit nÜP. Die Transkription von Genen, kodierend für IFNγ, IL-2, IL-4, IL-5, IL-10 und IL-13, wurde in Milzlymphozyten L. sigmodontis-infizierter BALB/c-Mäuse nach Stimulation mit ConA und nÜP mittels einer semiquantitativen RT-PCR bis 160 Tage p. i. bestimmt. Die Stimulierung mit ConA induzierte in allen Fällen eine gesteigerte Gentranskription, wobei IFNγ-, IL-10- und IL-13-Gentranskripte in der frühen Präpatenz und in der Postpatenz gesteigert waren. IL-2- und IL-4-Gentranskripte waren bei Zellen aus der frühen Präpatenz im Vergleich zu anderen Infektionsphasen eher erniedrigt. Im Fall des IL-5-Gens ließ sich nur in der späten Präpatenz eine erhöhte Transkription nachweisen. nÜP steigerte die Transkription des IFNγ-Gens allenfalls in der Postpatenz, die des IL-2- und IL-4-Gens in der späten bzw. frühen Präpatenz, hatte bei den übrigen untersuchten Genen dagegen kaum einen Einfluss. Um den Einfluss von Juv-p120 und P-DMAE auf die Proliferationsfähigkeit von Milzlymphozyten zu überprüfen, wurden Zellen infizierter M. coucha und BALB/c-Mäuse zu verschiedenen Zeitpunkten p. i. mit ConA im Beisein von nÜP (a), einem synthetischen, Juv-p120-unabhängigen, P-DMAE-modifizierten Peptid (b) sowie (c) dem nicht modifizierten Kontrollpeptid stimuliert. Das letztere Peptid hatte keinen Einfluss auf die Proliferation. Bei M. coucha-Milzlymphozyten ließ sich die Reaktion mit den verwendeten Mengen auch durch nÜP nicht signifikant modifizieren. Das P-DMAE-Peptid steigerte die Reaktion auf ConA in dosisabhängiger Weise bei Zellen aus der Postpatenz, die ansonsten refraktär gegen ConA waren. Maus-Milzlymphozyten wurden dagegen durch das P-DMAE-Peptid nicht in ihrer Proliferation auf ConA-Stimulierung beeinflusst, während nÜP die Reaktion von Zellen aus der Präpatenz supprimierte. Bei Lymphozyten aus der Patenz und Postpatenz führte es zu einer gesteigerten Proliferation.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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