Harnsteroidmetabolomanalyse mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie zum Therapiemonitoring pädiatrischer Patienten mit klassischem Adrenogenitalen Syndrom vom Typ 21-Hydroxylase-Mangel

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Das Adrenogenitale Syndrom durch 21-Hydroxylase-Mangel (21-OHD) ist eine schwerwiegende Steroidhormonerkrankung. Zugrunde liegen Mutationen im CYP21A2-Gen. Das Symptomspektrum reicht von Virilisierung und Hirsutismus bis hin zu lebensbedrohlicher Salzverlustkrise mit Erbrechen, Übelkeit, Hypotonie und Schock. Wachstumsbeschleunigung im Kindesalter und reduzierte Endgröße sowie Infertilität stellen zusätzliche Gefahren bei insuffizienter Therapie dar. Die Therapie mit Hydrocortison muss sorgsam zwischen Über- und Unterdosierung ausbalanciert werden. Dabei drohen gleichzeitig die enormen Folgen eines Hyperandrogenismus bei zu geringer Hydrocortison-Medikation, sowie die eines Hypercortisolismus und iatrogenem Cushing-Syndroms bei zu hoher Hydrocortison-Medikation. Bei Kindern und Adoleszenten stellt der stetige Wachstumsprozess eine weitere Schwierigkeit bei der Therapieeinstellung dar. Auch der erhöhte Glucocorticoidbedarf bei Krankheit und Fieber erfordert die Erhöhung der Hormondosis. Die medikamentöse Therapie unterliegt einer ständigen Anpassung. Ein genaues Therapiemonitoring ist unverzichtbar.Ziel dieser Studie war, Wachstumsdaten und das Urinmetabolom von behandelten Kindern mit 21-Hydroxylase-Mangel zu charakterisieren, um daraus detaillierte Schlüsse für die Therapieoptimierung der Erkrankung ziehen zu können.Die Harnmetabolomanalyse mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie ermög- lichte ein genaues Abbild der Konstellation der Cortisol-, 17alpha-Hydroxyprogesteron- und Androgenmetaboliten der behandelten Kinder. Die Analyse der großen Patientenkohorte, die Harnmetabolitendaten von Kindern zwischen 3 18 Jahren in einem Zeitraum von 10 Jahren (2003-2013) einschloss, ließ nach Erstellen von SDS-Werten (Z- Scores) fundierte Aussagen über die Wachstumsentwicklungen und das Urinmetabolom bei Kindern mit 21-Hydroxylase-Mangel zu.Von größter Relevanz scheint das vermehrte Auftreten von 11beta-Hydroxyandrosteron, als Metabolit einer Gruppe von 11-oxygenierten-Androgenen, im Urin der Kinder zu sein. Es dominierte die Exkretion der Androgenmetaboliten quantitativ und war im Vergleich mit gesunden Kindern stark erhöht. Diese Studie lässt einen Syntheseweg der 11- oxygenierten-Androgene über 21-Desoxycortisol vermuten, der die klassischen Androgene, wie Androstendion, umgeht. 11-oxygenierte-Androgene, die als hochpotente Androgene gelten, können als dominante Androgene bei erkrankten Kindern angenommen werden und erlauben neue Einsicht in den Androgenexzess bei Kindern mit klassischem AGS durch 21-Hydroxylase-Mangel.Mithilfe der präsentierten alters- und geschlechtsspezifischen Referenzwerte ermöglicht die vorliegende Analyse Ärzten ihre Patienten im Vergleich mit einer großen Gruppe anderer Patienten mit 21-Hydroxylase-Mangel zu beurteilen und hieraus Schlüsse für eine fundierte evidenzbasierte Therapieentscheidung ziehen zu können. Auch zukünftige Studien können die vorliegenden Daten als Referenzwerte nutzen und müssen zeigen, welche Bedeutung das 11beta-Hydroxyandrosteron als Biomarker in der klinischen Praxis einnehmen kann.

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