Diese tierexperimentelle Untersuchung beschreibt histologisch die Osseointegration von Titanprüfzylindern, mit 3x4 Öffnungen, in Schafsfemura. Pro Schaf wurden 2 Zylinder in das proximale Femur implantiert. Einer war mit autologer Spongiosa gefüllt, der zweite ungefüllt. Alle Tiere wurden nach einem halben Jahr euthanasiert. Zur histologischen Untersuchung wurden von den, in Methylacrylat eingebetteten Femura gefärbte Dünnschliffpräparate auf Höhe der Lochreihen angefertigt.
Qualitativ konnte vor allem metaphysär trabekuläre Knochensubstanz dargestellt werden. Weiter distal gelegene Proben zeigten zumeist eine Ausfüllung mit Knochenmark. Die qualitativen Ergebnisse gehen kongruent zu den Daten der lichtmikroskopischen und Computer gestützten Analyse. In allen 3 Auswertungen konnte metaphysär mehr Knochensubstanz an und im Zylinder nachgewiesen werden.
Die Computer gestützte Bildanalyse zeigte im Mittel, unabhängig von der Spongiosafüllung, in proximalen Zylindern Knochenanteile von 20,2%, distal von 12,8%. Lichtmikroskopisch konnten maximale Messwerte, von etwa 80 % der inneren Zylinderfläche, im metaphysären Femur dargestellt werden. Distal implantierte Zylinder zeigten im Mittel weniger als 10 % knöcherne Strukturen. Häufig zeigten sich distal keinerlei Umbauvorgänge im umgebenden Knochenmark. Deckungsgleich zu den Ergebnissen der quantitativen Analyse konnte ein signifikanter Unterschied bezüglich der Spongiosafüllung weder für die proximalen noch für die distalen Zylinder dargestellt werden.
Die vorliegende tierexperimentelle Untersuchung konnte deutlich machen, dass im Bereich der Metaphyse des Femur ein hohes Potenzial für die ossäre Integration einer Hohlschaftprothese besteht. Ein positiver Effekt, auf die Osseointegration oder biomechanische Stabilität, durch Auffüllung mit autologer Spongiosa konnte dabei nicht festgestellt werden.
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