Transpositionsoperationen bei Okulomotoriusparese
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Abstract
Ziel dieser Arbeit war es, die Effektivität und Sicherheit einer modifizierten Technik der nasalen Transposition des gesplitteten M. rectus lateralis (NTSLR) mit temporärem Absetzen und anteriorer Refixation der Mm. obliqui superior und inferior bei Okulomotoriusparalyse zu untersuchen.
Retrospektiv wurden 16 Augen von 15 Patienten mit chronischer Okulomotoriusparese ausgewertet. Die prä- und postoperative Diagnostik umfasste Schielwinkelmessungen, Visus- und Refraktionsbestimmung sowie eine regelmäßige OCT-Diagnostik zur Erfassung möglicher chorioretinaler Komplikationen.
Die durch die äquatornahe Transponatfixation und temporäre Desinsertion der Mm. obliqui modifizierte NTSLR-Technik führte zu einer stabilen Reduktion der Exotropie von im Mittel 42° auf eine im Mittel nahezu orthotrope Position. Der horizontale Operationseffekt ist mit dem Effekt der ursprünglichen, von Kaufmann beschriebenen Technik und anderer, später beschriebenen Modifikationen vergleichbar. Hinsichtlich der vertikalen Deviation zeigte sich kein systematischer Operationseffekt. Eine vertikale Wirkung fiel nur in Einzelfällen auf. Die OCT-Diagnostik zeigte zu keinem Zeitpunkt eine seröse Netzhautabhebung oder andere Makulaveränderungen. Auch sonstige in der Literatur erwähnte Komplikationen traten in keinem Fall auf. Die äquatornahe Fixation der transponierten Muskelhälften und das Absetzen der schrägen Muskeln erlauben eine spannungsarme Transposition mit einer im Vergleich zur originalen Technik größeren Distanz der Muskelhälften zu den Vortexvenen, wodurch ein chorioidaler Abflussstau offenbar vermieden wird.
