Die Auswirkung von Prebiotika auf das Infektgeschehen bei langzeitig parenteral ernährten Kindern und Jugendlichen

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Neunzehn Kinder und Jugendliche unter langzeitiger parenteraler Ernährung im Alter von 1 - 13 Jahren (im Mittel 5,3, im Median 4,1 Jahre alt) wurden initial zur Teilnahme an der Studie gemeldet. Im Laufe der Interventionszeit von insgesamt mehr als einem Jahr schieden 6 Kinder und Jugendliche frühzeitig aus der Studie aus. Dreizehn Probanden beendeten die Studie.Die Kinder nahmen 6 Monate lang täglich eine auf ihr Körpergewicht angepasste Menge der Prebiotikamischung (GOS/FOS/AOS) und 6 Monate täglich Maltodextrin als Placebo zu sich. Prebiotika und Maltodextrin waren in gleichartigen Sachets abgepackt, die sich nur durch die Buchstabenkennzeichnung N und O unterschieden. Die Studie wurde als doppelblind-Studie gestaltet. Erst nach Beendigung der Datenauswertung wurde vom Hersteller Milupa (Danone Konzern) entblindet. N war die Prebiotikamischung und O Maltodextrin als Placebo. Durch randomisiertes Zuteilen in eine von 2 Gruppen begannen die Teilnehmer entweder mit der Prebiotikamischung oder dem Placebo. Nach 6 monatiger Einnahme und nach einer mindestens 6 wöchigen Auswaschphase (keine Sachet-Einnahme) wurde das jeweils andere Sachet konsumiert. Dieses cross-over design ermöglichte es, jeden Patienten als seine eigene Kontrolle zu sehen.Jeweils nach 3 und 6 Monaten unter Einnahme eines Sachets wurden vom betreuenden Arzt Blutproben und von den Eltern zu Hause Stuhlproben genommen, sowie ein Fragebogen ausgefüllt. Der Zeitraum von 3 Monaten entspricht dem regulären Kontrolluntersuchungsintervall langzeitig parenteral ernährter Kinder und Jugendlicher.In der Auswertung wurden einerseits die Ergebnisse aller Patienten unter Einnahme der Prebiotika und des Placebos gemittelt und verglichen (intention to treat Analyse). In weiterführenden Analysen wurden dann die Daten der 13 Non-Dropout Probanden statistisch analysiert (per protocol Analyse).Unter oraler Gabe von Prebiotika wurden bei den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen unter langzeitiger parenteraler Ernährung tendenziell seltener Antibiotika eingesetzt (p=0,715). Der mittlere CrP-Wert als Entzündungsmarker im Blut war tendenziell niedriger wenn Prebiotika konsumiert wurden (p=0,214). Die Eltern berichteten unter Prebiotikagabe häufiger von Durchfall-freien Phasen und gaben den Gesundheitszustand ihres Kindes häufiger als gebessert an (subjektive Einschätzung). Keinem der Probanden ging es unter Einnahme der Prebiotika schlechter, 10 der 13 Patienten, die die Studie komplett beendet haben, ging es besser (komplette Betrachtung der Daten aus den Fragebögen und Beschwerdeprotokollen sowie der Messparameter).Im Stuhl der Probanden fanden sich unter GOS/FOS/AOS höhere Anteile von Bifidobakterien (p=0,039) und mehr D-Laktat (p=0,074). Binnen der 6 monatigen Intervention mit Prebiotika wurde von keiner D-Laktat Azidose berichtet. Dennoch sollte bei Patienten mit Kurzdarmsyndrom und Neigung zu D-Laktatazidose ein Einsatz von Prebiotika gut überwacht werden.Für alle anderen Patienten unter langzeitiger parenteraler Ernährung kann die orale Gabe von Prebiotika durchaus ein sinnvoller, einfacher und kostengünstiger Schritt in Richtung Prävention von Infektionen, Reduktion der Durchfallfrequenz und Förderung des subjektiven Wohlbefindens sein.Ausblick:Eine Folgestudie sollte ein größeres Kollektiv untersuchen und zusätzliche Darmflora-modulierende Substanzen (z.B. Probiotika) ausschließen. Auch eine längere Interventionszeit und die Bestimmung von D-Laktat im Urin und im Blut wäre interessant, ebenso wie die Messung der Darmbarrierefunktion vor und nach der Intervention.

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