Signaltransduktion des Zytokins Makrophagen-Migrations-Inhibitions-Faktor (MIF) im Hoden der Ratte
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Zusammenfassung
Der Makrophagen-Migrations-Inhibitions-Faktor (MIF) wurde erstmals 1966 als ein von T-Lymphozyten sezerniertes Zytokin beschrieben, mit der Fähigkeit die ungerichtete Migration von Makrophagen zu hemmen. Folgestudien zeigten das Vorkommen von MIF in vielen Organsystemen. Im Hoden wird MIF von den Leydig-Zellen exprimiert und sezerniert. Es hemmt u.a. die Inhibin-Sekretion der Sertoli-Zellen in vitro und wurde als parakriner Faktor bei der Leydig-Zell-Tubulus-Interaktion gefunden. Im Hoden entscheidet die Balance zwischen pro- und anti-inflammatorischen Zytokinen, ob der immunprivilegierte Status aufrecht erhalten oder eine entzündliche Reaktion ausgelöst wird. Peritubulärzellen sezernieren das immunsupprimierende Molekül TGF-beta2 und andere regulatorische Zytokine, die sowohl im Immunsystem des Hodens als auch bei der lokalen Interaktion testikulärer Nicht-Immunzellen eine wesentliche Rolle spielen. Die vorliegende Arbeit zeigte, dass MIF die Sekretion von TGF-beta2 in Peritubulärzellen signifikant hemmt, wohingegen eine Beeinflussung der Sekretion des pro-inflammatorischen Zytokins TNF-alpha nicht beobachtet wurde. Frühere Studien zur MIF-Signaltransduktion in Peritubulärzellen zeigten einen kapazitativen Kalziumeinstrom, der von einer Aktivierung der Proteinkinase C gefolgt wurde. Da bislang nur wenig über den molekularen Wirkmechanismus von MIF bekannt ist, sollten in der vorliegenden Arbeit mögliche MIF-Signaltransduktionswege in testikulären Zielzellen untersucht werden. Die Untersuchung der MIF-Signaltransduktion in Sertoli-Zellen zeigte keine Beteiligung des second messenger cAMP. Ebenso konnte keine Veränderung der Phosphorylierungsmuster in Peritubulärzellen und Sertoli-Zellen inklusive einer Aktivierung der ERK-1/2 durch MIF beobachtet werden. Man kann folglich davon ausgehen, dass die MIF-Signalübertragung weder über den ERK-Weg abläuft noch über den Proteinkinase A-Weg vermittelt wird. Zusammenfassend ist zu sagen, dass MIF über eine Inhibition der Sekretion des anti-inflammatorischen Mediators TGF-beta2 eine Verlagerung der Zytokinbalance vom immunsupprimierten Zustand hin zu einer Entzündungsreaktion vermitteln kann.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen: http://www.dvg.net/ DVG Service, 2004
