Untersuchungen zur Zahn- und Mundgesundheit eines multimorbiden, geriatrischen Probandenguts der Abteilung für Innere Medizin des St. Josefshospitals Uerdingen
Durch die steigende Anzahl älterer Menschen in unserer Bevölkerung mit ihren mit dem Alter zunehmenden körperlichen und seelischen Einschränkungen wachsen die Probleme der medizinischen und zahnmedizinischen Betreuung und der ausreichenden Pflege.
Gegenstand der Arbeit ist die Erhebung von repräsentativen Daten zur Bewertung der oralen Gesundheit und zahnärztlichen Versorgung bei 418 Probanden, die zum Zeitpunkt der Untersuchung in der Internistischen Abteilung des St. Josefshospitals Uerdingen stationär betreut wurden. Im Zeitraum eines halben Jahres - vom 05.07.2003 bis 20.12.2003 - sind 178 Männer und 240 Frauen mit einem Mindestalter von 50 Jahren unter Berücksichtigung allgemeinmedizinischer und sozialer Aspekte zu ihren Mundhygienegewohnheiten und zu ihrer prothetischen Versorgung befragt und untersucht worden.
Im sozioökonomischen Teil der Untersuchung wird ersichtlich, dass der Anteil der Allein-lebenden und der Verwitweten erwartungsgemäß in der ältesten Altersklasse am höchsten ist. Auch steigt die Zahl der Heimbewohner und Pflegebedürftigen mit zunehmendem Alter.
Besonders bei den älteren und pflegebedürftigen Menschen liegt der letzte Zahnarztbesuch häufig mehr als zehn Jahre zurück. Gerade bei diesen Probanden lässt sich ein unbefriedigen-der oraler Gesundheitszustand feststellen. Die Mund- und Prothesenhygiene läßt aufgrund altersbedingter Funktionseinschränkungen, aber auch aufgrund chronischer Allgemeinerkrankungen nach. Auch die psychischen Veränderungen verschlechtern enorm die orale Hygiene.Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen die Notwendigkeit der Schaffung einer organisierten gerostomatologischen Betreuung, die präventiv therapeutisch ausgerichtet ist und den physischen und psychischen Besonderheiten älterer und alter, oft multimorbider Menschen entspricht. Dabei nehmen der Zahnarzt und sein Fachpersonal nach wie vor eine Schlüsselposition ein, wobei einer interdisziplinären Zusammenarbeit der Zahnmedizin mit der Alterspsychologie, Soziologie und Geriatrie sowie mit den zuständigen Ministerien und Krankenkassen besonderer Aufmerksamkeit zu widmen ist.
Zukünftiges Ziel muss die Schaffung einer altersbegleitenden zahnärztlichen Betreuung als feste Einrichtung in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie bei der ambulanten Versorgung sein, die regelmäßig nach den zahnmedizinischen Belangen der älteren, oft allein lebenden Menschen in unserer Gesellschaft schaut.
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