Untersuchungen zur Einsatzmöglichkeit von Bakterienzellulose als Wundauflage in der Veterinärmedizin

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Bakterienzellulose ist ein von Bakterien (Glucoacetobacter xylinum) gebildetes feines Netzwerk von Zellulosefibrillen. Sie kann zu dünnen Schichten verarbeitet werden, die eine hohe mechanische Festigkeit, eine gute Anpassungsfähigkeit an Oberflächen und eine hohe Aufnahme- und Abgabekapazität für Flüssigkeit besitzen. In der vorliegenden Studie wurde anhand von 72 artifiziell gesetzten Wunden die Einsatzmöglichkeit der Bakterienzellulose zur Behandlung sekundär heilender Wunden im Bereich der distalen Gliedmaßen des Schafes untersucht und mit einer Hydrokolloidauflage zur feuchten Wundbehandlung und einer bakteriziden Salbenbehandlung verglichen. Unter der Hydrokolloidauflage fand eine signifikant schnellere Wundheilung als unter Bakterienzellulose und dem Salbenverband statt. Die mit Bakterienzellulose behandelten Wunden zeigten keine Retraktion, heilten signifikant stärker durch Kontraktion mit einem deutlich langsamer wachsenden Epithel. Die Bakterienzellulose trocknete während der Anwendung aus und verklebte mit dem Wundrand, wodurch über der Wunde eine abgeschlossene Kammer entstand. Das Entfernen der Bakterienzellulose, bei dem sie häufig zerriss, bereitete den Schafen Schmerzen und hat vermutlich das neugebildete Epithel in Mitleidenschaft gezogen und dadurch die Heilungsdauer verlängert. Im Gegensatz zur Bakterienzellulose und dem bakteriziden Salbenverband kam es unter der Hydrokolloidauflage zu einer massiven bakteriellen Kontamination, die aber nicht zu einer Wundinfektion führte. Maßnahmen, die ein Austrocknen der Bakterienzellulose verhindern, könnten das Verkleben mit dem Wundrand und dessen nachteilige Folgen vermeiden. Die Anwendung der Bakterienzellulose mit einer größeren Schichtdicke oder das Abdecken mit einer Polyurethanfolie erscheinen dazu am geeignetsten.

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Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005

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