Struktur-Funktions-Korrelation mit der Swept-Source Optische Kohärenztomographie Angiographie bei extrem-frühgeborenen Kindern im Vorschulalter

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Neben Veränderungen peripherer Netzhautgefäße, welche im Rahmen der Frühgeborenenretinopathie betroffen sind, kann bei frühgeborenen Kindern in der zentralen Netzhaut eine makuläre Reifungsstörung auftreten. Dabei entwickeln frühgeborene Kinder mit behandelter oder spontan regredienter Frühgeborenenretinopathie (ROP) in der Anamnese in einem hohen Prozentsatz eine Veränderung fovealer Struktur. Auch Frühgeborene ohne ROP können eine Makuläre Reifungsstörung ausbilden. Die Veränderung ist in Optischen Kohärenztomographie (OCT)- Aufnahmen der Netzhaut gekennzeichnet durch eine flachere oder völlig fehlende foveale Einsenkung mit deutlich überlagernden Schichten innerer Netzhaut. Die Veränderung fovealer Struktur, auch als Macular Developmental Arrest (MDA) bezeichnet, geht einher mit einer kleineren avaskulären Zone der inneren retinalen Plexus in der Fovea centralis. Gleichzeitig beeinflusst die MDA die Funktion der zentralen Netzhaut, was sich z.B. in reduzierter Sehschärfe oder reduzierter zentraler Lichtunterschiedsempfindlichkeit widerspiegelt. Eine komplexe Struktur-Funktions-Korrelation aller oben genannten Parameter wurde bisher nicht durchgeführt.In der vorliegenden Dissertationsarbeit wurde eine Struktur-Funktions-Korrelation fovealer Messparameter, der avaskulären Zone, subfovealer choroidaler Schichtdicke und bestkorrigierter Sehschärfe bei frühgeborenen Kindern mit behandelter oder spontan regredienter Frühgeborenenretinopathie im Vorschulalter durchgeführt. Die ROP wurde im Rahmen des Frühgeborenenscreening mit digitalen Weitwinkelaufnahmen objektiv dokumentiert. Dabei wurde im Rahmen einer prospektiven Studie zur Langzeitnachverfolgung morphologischer und funktioneller Ergebnisse nach Extremfrühgeburt zum ersten Mal ein mit hoher Scanabtastrate versehenes und somit schnelles Swept-Source OCT und OCTA (OCT-Angiographie) bei Patienten mit einem Durschnittalter von 5,4 Jahren (±1,7 Standardabweichung) verwendet. Die verwendete OCTA ermöglichte eine nicht-invasive Untersuchung kleinster Kapillaren und Kapillarnetzwerke der inneren Netzhaut. Außerdem sollte geprüft werden, ob bei Makulärer Reifungsstörung es zu einer Unterversorgung der äußeren Netzhautschichten kommen kann und dies evtl. durch eine zusätzliche morphologische Messung der Choroidea-Schichtdicke nachweisbar ist.Bei insgesamt 28 extrem-frühgeborenen Kindern mit behandelter oder spontan regredienter ROP wurde ein Swept-Source OCT und OCTA am DRI OCT Triton (SS-OCT, Topcon, USA) am jeweils besseren oder führenden Auge durchgeführt. Zusätzlich wurden Spectral-Domain OCT- Aufnahmen zur Charakterisierung des Verhältnisses der Schichten der äußeren nukleären Schicht gegenüber der Gesamtheit innerer Netzhautschichten (ONL+/IRL-Verhältnis) zur Beurteilung der MDA angefertigt. Eine Struktur-Funktions-Korrelation wurde mit bestkorrigierter Sehschärfe vorgenommen. Alle Befunde wurden zu 15 altersangepassten, augengesunden und termingeborenen Kindern und 20 Erwachsenen verglichen.Die Tiefe der fovealen Einsenkung war signifikant niedriger bei beiden Frühgeborenen-Gruppen. Der Durchmesser der maximalen makulären Zirkumferenz (Makulawall) war jedoch bei allen Gruppen vergleichbar. Die OCT-Angiographie zeigte eine deutlich verengte oberflächliche avaskuläre Zone bei behandelten und unbehandelten frühgeborenen Kindern. Die tiefe avaskuläre Zone war, im Unterschied hierzu, in der Größe vergleichbar zur Gruppe altersentsprechender Kinder. Die verringerte foveale oberflächliche avaskuläre Zone korrelierte signifikant mit dem errechneten Index (ONL+/IRL-Verhältnis) zur Beurteilung der MDA und somit auch mit verringerter Sehschärfe in diesen Gruppen. Die Befunde reduzierter subfovealer Choroideadicke überschnitten sich in vielen Fällen mit einer MDA, zeigten aber keine signifikante Regelmäßigkeit.In der vorliegenden Arbeit konnte demonstriert werden, dass eine OCT-Angiographie mit der Swept-Source-Technik bereits bei extrem-frühgeborenen Vorschulkindern durchführbar ist. Die Ergebnisse zeigen, dass eine verkleinerte foveale avaskuläre Zone, ein reduzierter Index der makulärer Reifungsstörung und reduzierte Sehschärfe zusammenhängende Faktoren bei frühgeborenen Kindern sind. Die hohe Korrelation der Parameter ONL+/IRL-Verhältnis und der oberflächlichen avaskulären Zone machen beide Parameter interessant für zukünftige OCT-Messungen im Rahmen von Frühgeborenenscreening-Untersuchungen zur möglichen Entwicklungsvorhersage der zentralen Netzhaut. Die Choroideadicke könnte sich als prognostischer Parameter in Bezug auf die Schwere der Frühgeborenenretinopathie als wertvoller morphologischer Biomarker erweisen.

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