Am Kinderherzzentrum Gießen ergab sich nach arterieller Switch Operation eine Überlebensrate nach ASO von 97,5% nach 5 Jahren (KI 5,001-5,379) sowie eine 30-Tage-Letalität von 1,2% bei einer geringen GesamtLetalität von 2,5%. Diese Ergebnisse sind mit den sehr guten mittelfristigen Ergebnissen vorangehender Untersuchungen vergleichbar. Ein Low-cardiac-output Syndrom kam in der Gruppe der zweizeitig operierten Patienten mit Taussig-Bing Anomalie/HLHC signifikant häufiger vor als bei Patienten mit simple TGA. Auch zeigten Kinder mit Koronaranomalien signifikant häufiger ein LCOS als Patienten mit normaler Koronaranatomie In der vorliegenden Untersuchung ergab sich keine statistische Signifikanz zwischen der Ischämiedauer ( = Aortenabklemmzeit) und der Häufigkeit eines LCOS. Eine verlängerte Ischämiedauer (= Aortenabklemmzeit), sowie eine Aortenisthmusstenose (=ISTHA) konnten in der vorliegenden Untersuchung als unabhängige Risikofaktoren für ein schlechteres kumulatives Gesamtüberleben ermittelt werden. Diese Risikofaktoren konnten auch durch andere Studien bestätigt werden. Koronaranomalien traten in 26% der Fälle und damit im Vergleich zu anderen Gruppen anteilig deutlich häufiger auf. Patienten mit Koronaranomalien, insbesondere bei intramuralem Koronarverlauf, wiesen ein im Vergleich zu Kindern mit normalem Koronarmuster signifikant erhöhtes Risiko für ein postoperatives LCOS auf. Wie bereits durch andere Autoren bestätigt, besteht bei intramuralem Koronarverlauf ein deutlich erhöhtes perioperatives Risiko. Im Vergleich mit vorangehenden Untersuchungen ergab sich am Kinderherzzentrum Gießen insgesamt kein signifikant erhöhtes Risiko für einen kombinierten Endpunkt aus Tod, CPR und LCOS für Patienten mit variablem Koronararterienmuster. Arrhythmien waren auch in der vorliegenden Untersuchung häufig. Eine intermittierende postoperative Schrittmacherstimulation war bei 28% der Patienten erforderlich. Im mittelfristigen Verlauf benötigte jedoch keines der Kinder einen dauerhaften Herzschrittmacher. Es zeigte sich ein operativer VSD-Verschluss als einziger unabhängiger Prädiktor für eine intermittierende postoperative Schrittmacherstimulation. Zum Zeitpunkt der ambulanten Nachuntersuchung wiesen 95% der Patienten nach ASO einen stabilen Sinusrhythmus auf. Der geschätzte Mittelwert für den Zeitraum ohne Reinterventionen und Reoperationen lag am Kinderherzzentrum Gießen bei 4,8 Jahren. Dabei waren auch bei unseren Patienten Stenosen im Bereich des RVOT und/oder der peripheren Pulmonalarterien der häufigste Grund für Reinterventionen oder eine Reoperation. Am Kinderherzzentrum Giesen ergab sich kein statistischer Zusammenhang hinsichtlich möglicher Risikofaktoren für das Auftreten einer Neoaorteninsuffizienz für die getesteten Parameter: PAB, VSD, ISTHA, hypoplastischer Aortenbogen und DORV/ Taussig-Bing Anomalie. Die Mehrzahl der Patienten wies sowohl in der unmittelbaren postoperativen Echokardiografie als auch zum Zeitpunkt des follow up eine gute biventrikuläre Funktion (98%) bei im Alltag guter bis sehr guter körperlicher Belastbarkeit auf. Am Kinderherzzentrum Gießen war eine stattgehabte Rashkind- Prozedur, im Gegensatz zu anderen Untersuchungen, kein Risikofaktor für neurologische Komplikationen.
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