Soziale Integration hilfebedürftiger Menschen in landwirtschaftlichen Einrichtungen : Empirische Fallstudien und kommunikationstheoretische Reflexionen

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Wieweit funktioniert die sozialstaatliche und gesellschaftliche Verantwortung unter dem Aspekt einer landwirtschaftlich-heimatlichen Fürsorge gegenüber den schwachen und hilfebedürftigen Menschen in einer funktional differenzierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts?Die Arbeit untersucht drei soziale Lebensgemeinschaften: Einen traditionellen Familienbetrieb, eine innovative Selbsthilfegemeinschaft Drogenabhängiger und eine klassische Werkstatt für Menschen mit einer Behinderung, die in ihren einmaligen Lebenswelten hilfebedürftigen Menschen in landwirtschaftliche Tätigkeitsbereiche einbinden. Im Verständnis konstruktivistischen Denkens wurde die soziale Wirklichkeit dieser drei Lebensgemeinschaften qualitativ mit der Methode des narrativen Interviews erforscht. Als Grundlage der Empirie geben 434 transkribierte Seiten aus 28 narrativen Interviews Auskunft über die biografischen Hintergründe der Hofbewohner. Die These dieser Arbeit lautet, dass landwirtschaftliche Einrichtungen sich mit ihren lebensweltlichen Ressourcen in einem besonderen Maße dazu eignen, ein sinnvolles Angebot zur Sozialintegration zu gewährleisten.Aus theoretischer Perspektive zeigt die Arbeit eine Ambivalenz zwischen der Verwaltung (funktionale Teilsysteme) und der Beheimatung (Lebenswelt) von hilfebedürftigen Menschen auf. Die Theorien von Niklas Luhmann (Systemtheorie) und Jürgen Habermas (Theorie des kommunikativen Handelns) boten im Zusammenhang mit den empirisch gewonnenen Ergebnissen dieser Arbeit eine Grundlage zur kontroversen Diskussion, der Frage nach, ob die Lebenswelten der untersuchten Hofgemeinschaften durch systemische Einflüsse (Recht, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik) kolonisiert oder rationalisiert, im Sinne einer Vernünftigwerdung, beeinflusst werden. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen zum einen eine Kolonisierung und Bedrohung durch das Rechts- und das Wissenschaftssystem und zum anderen eine Rationalisierung bzw. Gesundung und Heilung der Lebenswelt durch das Wirtschafts- und Politiksystem auf. Schlussfolgernd erläutert die Dissertation inwieweit sich die Lebensgemeinschaften der landwirtschaftlichen Einrichtungen als Orte der Lebenswelt in besonderem Maße eignen sowie sie sich vor dem Hintergrund der Symptome einer Kolonisierung undeiner Finanzierungsknappheit im Sozialstaat etablieren können und inwieweit dies eine Chance für landwirtschaftliche Familienbetriebe darstellen kann.

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