Die Sonographie des Hüftgelenkes bei Deutschen Schäferhundwelpen vom 1. Lebenstag bis zur 8. Lebenswoche

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Die Hüftsonographie ist seit 20 Jahren in der Humanmedizin etabliert und wird als das bildgebende Verfahren der Wahl zur Diagnose vonHüftreifungsstörungen beim Säugling in den ersten Lebenswochen genutzt. Es wird ein standardisierter Untersuchungsgang angewendet,bei dem quantitative (Knochenwinkel Alpha und Knorpelwinkel Beta) und qualitative Parameter bestimmt werden. Mit der Hilfe vonStandardwerten wird eine Typisierung des Hüftgelenkes vorgenommen. Im Gegensatz zur Humanmedizin wird das Vorliegen einerHüftgelenksdysplasie beim Hund mit der standardisierten Röntgenuntersuchung im Rahmen des offiziellen Screeningverfahrens in einemwesentlich höheren Alter diagnostiziert. Das zu untersuchende Tier ist bereits 12 Monate bzw. 13 bis 18 Monate alt (große und schwereRassen). Die Untersuchungen wurden mit dem Ultraschallgerät Toshiba Powervision 8000 mit einem 8 15 MHz Linearschallkopf an 78Hüftgelenken von 38 verstorbenen und einem lebenden Deutschen Schäferhundwelpen (1. Lebenstag bis 8. Lebenswoche) durchgeführt.Zunächst erfolgte die Darstellung der anatomischen Strukturen sonographisch und der Vergleich mit präparierten Hüftgelenken. Ab dem 1.Lebenstag konnten die einzelnen Anteile des Hüftgelenkes beim DSH-Welpen sonographisch identifiziert werden. Neben derSonoanatomie des Hüftgelenkes wurde die sonomorphologische Entwicklung des Gelenkes beschrieben. Der fortschreitendeVerknöcherungszustand des Femurkopfes wurde bis zur 8. Lebenswoche beschrieben. Am Ende der 8. Lebenswoche war bis auf einendünnen äußeren Saum und der Wachstumsfuge der gesamte Femurkopf verknöchert. Der Ossifikationskern des Oberschenkelkopfes hatteeine solche Größe angenommen, dass durch die distale Schallauslöschung die distalen Strukturen des Azetabulums nicht mehreingesehen werden konnten. Beim Säugling verknöchert der Femurkopf wesentlich langsamer. Dort kann bis zum 12. Lebensmonat dasAzetabulum eingesehen werden.Ein Standarduntersuchungsgang mit drei Standardschnittebenen mit Befundung wurde erarbeitet. Dabei wurden folgende Parameter anden Hüftgelenken ermittelt: Alpha-Knochen- und Beta-Knorpel-Winkel, Distraktionswert, Epiphysenscheibenhöhe, Gelenkkapseldicke,Femurkopfkontur-Kapselabstand. Der Standarduntersuchungsgang aus der Humanmedizin konnte modifiziert beim DeutschenSchäferhundwelpen vom ersten Lebenstag bis zur achten Lebenswoche angewendet werden.Zunächst erfolgt die Identifikation deranatomischen Strukturen. Dabei soll beim DSH-Welpen im Unterschied zum Säugling das Os ileum, die Gelenkkapsel und das Labrumaceta- bulare aufgesucht werden. Die laterale Standardebene wurde analog zur Humanmedizin durch drei Schnittpunkte (Unterrand des Osileum, knöcherner Erker des Pfannendaches, Labrum acetabulare) festgelegt. Zum Aufsuchen der Schnittebene muss im Unterschied zumSäugling der Schallkopf um ca. 30° aus der senkrechten Ebene in Richtung Sagittalebene des Tieres gekippt und um ca. 20° in seinerLängsrichtung in Richtung Tarsalgelenk gedreht werden. Im Gegensatz zur Humanmedizin stellte sich der knöcherne Erker beimDSH-Welpen in der Regel nicht eckig dar. Aus diesem Grund muss beim Einzeichnen der Ausstell- und Pfannendachlinie derUmschlagspunkt der Konkavität des Azetabulums in die Konvexität des Darmbeines als Drehpunkt genommen werden.Zur Überprüfung der Wiederholbarkeit bei der Bestimmung der Winkelwerte wurden die Winkel an jedem Hüftgelenk fünf mal bestimmt. DieWiederholbarkeitsprüfung für den Alpha- und Beta-Winkel zeigte eine gute Wiederholbarkeit bei der Bestimmung des Alpha-Winkels (s derWiederholbarkeit=0,88) und eine geringgradig schlechtere Wiederholbarkeit für den Beta-Winkel (s der Wiederholbarkeit=2,45). DieKorrelationsprüfung zwischen dem rechten und linken Hüftgelenk war für beide Winkel hoch signifikant (p<0,001). Die Regressionsanalyseauf Altersabhängigkeit ergab sowohl für den Alpha- als auch für den Beta-Winkel eine hohe Signifikanz (p<0,001). Die ermittelten Alpha-und Beta-Winkel wiesen erhebliche Abweichungen von den Parametern der Säuglingshüfte auf. Der errechnete Minimalmittelwert desAlpha-Winkels innerhalb der fünf Messungen betrug 72° und der Maximalwert 86,2°. Die Mittelwerte der fünf durchgeführten Messungendes Beta-Winkels lagen zwischen 26° und 63°. Eine Reifungskurve analog zur Humanmedizin wurde für beide Winkel erstellt. Dazu wurdenfünf Altersgruppen definiert (1., 3.; 5,5., 7. und 8. Lebenswoche). Für jede Altersgruppe wurden die Mittelwerte der Winkel errechnet. DieReifungskurve des Alpha-Winkels zeigte einen Anstieg von 76,2° (1. Lebenswoche) bis auf 85,4° (8. Lebenswoche). Der Beta-Winkelzeigte eine deutliche Abnahme von 55,9° (1. Lebenswoche) bis auf 31,6° (8. Lebenswoche).Zur quantitativen Ermittlung der Gelenklockerheit des Hüftgelenkes beim Welpen diente der Distraktionswert. Dabei wurde dieSubluxationsfähigkeit des Femurkopfes in kranio-dorsale Richtung sonographisch an der lateralen Standardebene dargestellt und durchMessungen quantitativ bestimmt. Der Distraktionswert lag bei den untersuchten Welpen zwischen 0,5 mm und 4,3 mm. Der Mittelwertbetrug 1,8 mm (Standardabweichung=0,84). Die Einzelwerte zeigten deutliche Schwankungen innerhalb desselben Tieres und innerhalbder einzelnen Altersgruppen (z. B. Welpe 36 Tage alt: Distraktionswert rechts von 4,3 mm und links von1,4 mm). Es konnte keineKorrelation zwischen dem rechten und linken Gelenk nachgewiesen werden (p=0,18).Die Epiphysenscheibenhöhe wurde an der lateralen Standardebene mit Außenrotation der Gliedmaße bestimmt. In der erstenLebenswoche konnte die Epiphysenscheibenhöhe noch nicht gemessen werden, da zu diesem Zeitpunkt noch kein Ossifikationskern desFemurkopfes sichtbar war. Innerhalb der zur Verfügung stehenden Welpen konnte bei dem 15 Tage alten Welpen dieEpiphysenscheibenhöhe gemessen werden. Die Epiphysenscheibenhöhe lag bei den untersuchten Welpen zwischen 2,5 mm (15 Tagealter Welpe) und 9,3 mm (58 Tage alter Welpe). Die Regressionsanalyse auf Altersabhängigkeit und die Korrelationsanalyse zwischendem rechten und linken Hüftgelenk waren signifikant. Es wurde eine deutliche Zunahme der Epiphysenscheibenhöhe mit zunehmendemAlter festgestellt.Die Gelenkkapseldicke und der Femurkopfkontur-Kapselabstand wurde an der inguinalen Schnittebene bestimmt. Die Gelenkkapseldickelag bei den untersuchten Welpen zwischen 0,2 mm und 0,6 mm. Sowohl die Regressionsanalyse auf Altersabhängigkeit, als auch dieKorrelationsanalyse zwischen dem rechten und linken Hüftgelenk waren mit p<0,001 signifikant. Die Methode zur Ermittlung desFemurkopfkontur-Kapselabstandes wurde neu definiert. Der Femurkopfkontur-Kapselabstand wurde zwischen der äußeren knorpeligenKontur des Femurkopfes und der Gelenkkapsel gemessen. Der Minimalwert betrug 0,2 mm und der Maximalwert 1,3 mm. Mitzunehmendem Alter wurde auch eine Zunahme des Femurkopfkontur-Kapselabstandes festgestellt.

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