Zuverlässigkeit der Retention mit Cuspidretainer im Unterkiefer

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Ziel dieser Arbeit war es, die Zuverlässigkeit des Cuspidretainers in Bezug auf die Stabilität der Zahnstellung im Unterkieferfrontzahnbereich nach einer kieferorthopädischen Behandlung zu ermitteln. Das Untersuchungsgut bestand aus 300 Unterkiefergebissmodellen (3 Unterkiefergebissmodelle pro Patient) von 100 Patienten (51 weibliche und 49 männliche) der Poliklinik für Kieferorthopädie des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Justus-Liebig-Universität Gießen, welche mit Cuspidretainer im Unterkiefer retiniert wurden. Der Cuspidretainer war nur an den Eckzähnen geklebt. Alle Patienten wurden mit Multibracket Apparatur ohne Extraktion von Zähnen behandelt. Das durchschnittliche Alter der Patienten zum Zeitpunkt vor der Behandlung (T1) betrug 11,9 Jahre, zum Zeitpunkt nach der Behandlung (T2) 14,8 Jahre und zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung (T3) 16,8 Jahre. Die aktive Behandlungsdauer der Patienten betrug im Durchschnitt 2,9 Jahre und die Retentionsdauer 2,0 Jahre. Die Unterkiefergebissmodelle wurden zu folgenden 3 Zeitpunkten ausgewertet: T1= Vor Behandlung, T2= Nach aktiver Behandlung (mit anschließender Retention mit Cuspidretainer), T3= Nach 2-jähriger Retention mit Cuspidretainer in situ. Die Veränderungen der Zahnstellung und der Platzverhältnisse im Zeitraum nach Behandlungsende bis 2 Jahre danach wurden ermittelt. Die Vermessungen der Unterkiefermodelle wurden nach den Methoden von BJERREGAARD et al. (1980) (Platz) und LITTLE (1975) (Index) durchgeführt. Für die Vermessungen diente eine Schieblehre mit Noniusanzeige. Platz und Index wurden in drei Kategorien eingeteilt. Die Untersuchung führte zu folgenden Ergebnissen: Im Untersuchungszeitraum T2-T1 (Behandlungszeitraum) kam es bei 60% der Probanden zu einer kleinen bis großen Vergrößerung des Platzes (mehr Platz ) von 0,6 mm bis 6,9 mm und bei 14% der Probanden zu einer kleinen bis großen Verkleinerung des Platzes (weniger Platz) von 0,6 mm bis 4,1 mm. Bei 26% der Probanden lagen die Platzveränderungen innerhalb des klinisch nicht bedeutenden Bereiches. Weiterhin kam es bei 82% der Probanden zu einer kleinen bis großen Verkleinerung des Index (weniger Irregularität) von 0,6 mm bis 16,5 mm und bei 1% der Probanden zu einer kleinen Vergrößerung des Index (mehr Irregularität) von 0,9 mm. Bei 17% der Probanden lagen die Indexveränderungen innerhalb des klinisch nicht bedeutenden Bereiches. Im Untersuchungszeitraum T3-T2 (Retentionszeitraum) kam es bei 3% der Probanden zu einer kleinen Verkleinerung des Platzes (weniger Platz ) von 0,6 mm bis 0,7 mm. Bei 97% der Probanden lagen die Platzveränderungen innerhalb des klinisch nicht bedeutenden Bereiches. Weiterhin kam es bei 5% der Probanden zu einer kleinen bis großen Verkleinerung des Index (weniger Irregularität) von 0,6 bis 1,1 mm und bei 19% der Probanden zu einer kleinen bis großen Vergrößerung (mehr Irregularität) von 0,6 mm bis 2,5 mm. Bei 76% der Probanden lagen die Indexveränderungen innerhalb des klinisch nicht bedeutenden Bereiches. Schlussfolgernd konnte eine relativ hohe Zuverlässigkeit des Cuspidretainers festgestellt werden. Während der durchschnittlichen 2-jährigen Retentionszeit blieb die Zahnstellung bei 97% der Probanden beim Platz und bei 76% der Probanden beim Index stabil. Dies unter Berücksichtigung des klinisch nicht bedeutenden Bereichs einer Veränderung von +/- 0,5 mm beim Platz und von 0,0 mm bis 0,5 mm beim Index . Die zwei Methoden Platz und Index ergänzen sich und sollten beide bei der Beurteilung des Frontzahnplatzes und der Frontzahnstellung verwendet werden.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform