Vorkommen von Salmonella spp. und Campylobacter spp.in Schweinemastbeständen in Baden-Württemberg
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Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, einen Beitrag zur Einschätzung der Salmonella-Seroprävalenz bei Schlachtschweinen in Baden-Württemberg zu leisten und eventuelle betriebliche Risikofaktoren für den serologischen Salmonella-Status zu erfassen. Ferner sollte geprüft werden, inwieweit der serologische Status eines Betriebs ein Indikator für das tatsächliche Vorkommen von Salmonella spp. und auch für Campylobacter spp. in dem Betrieb sein kann. In einer weiteren Versuchsreihe wurde untersucht, ob drei zugelassene kommerzielle ELISA-Systeme zum Nachweis von Salmonella-spezifischen Antikörpern beim Schwein im Hinblick auf die Umsetzung der Schweine-Salmonellen-Verordnung vergleich¬bare Ergeb¬nisse liefern. Zur Ermittlung der Seroprävalenz von Salmonellen-Infektionen bei Schweinen in Baden-Württemberg wurden im Zeitraum von Oktober 2001 bis Juli 2004 Fleischsaftproben von insgesamt 30.090 Schlachtschweinen aus 291 Betrieben mit dem SALMOTYPE®-ELISA auf Salmonella-LPS-Antikörper untersucht. Insgesamt reagierten 1.226 Tiere (4,1 %) serologisch positiv. Quartalsweise schwankte dieser Prozentsatz zwischen 1,5 und 5,5 %. Seropositive Reagenten waren in 201 von 291 untersuchten Betrieben (69,1 %) nachweisbar. Der Anteil serologisch positiver Schlachtschweine lag bei 275 (94,5 %) Betrieben bei maximal 20,0 %. 200 Betriebe lieferten innerhalb von zwölf aufeinander folgenden Monaten wenigstens einmal die nach dem Stichprobenplan erforderliche Anzahl von Fleischsaftproben und konnten gemäß der Schweine-Salmonellen-Verordnung (Entwurf vom 20.04.2005) kategorisiert werden: 99 Betriebe (49,5 %) fielen in Kategorie 0, 92 Betriebe (46,0 %) in Kategorie I, acht Betriebe (4,0 %) in Kategorie II und nur ein Betrieb (0,5 %) in Kategorie III. Mit einer Korrelationsanalyse ließ sich nur für den Parameter Betriebsgröße - gemessen an der Anzahl der Mastplätze - ein Zusammenhang zu den serologischen Testergebnissen statistisch sichern. So war die Betriebsgröße signifikant positiv mit dem Anteil seropositiver Schlachtschweine pro Betrieb korreliert (p = 0,01 bei allen 291 Betrieben; p = 0,05 bei den 200 kategorisierbaren Betrieben). Aus 124 Betrieben wurden von Januar 2003 bis Juli 2004 auch Kotproben von End-mast¬schweinen kulturell-bakteriologisch auf Salmonella spp., C. jejuni und C. coli untersucht. Salmonellen waren in 13 (10,5 %) der 124 untersuchten Betriebe zu isolieren, Campylo¬bacter spp. in 63 (50,8 %) der Betriebe. Die isolierten Salmonellen gehörten den Serovaren S. Typhimurium (n = 11) und S. Enteritidis (n = 2) an. Dabei bestand eine positive Korrelation zu den serologischen Befunden in den Betrieben (p = 0,04). So war der Anteil von kulturell-bakteriologisch Salmonella-positiv getesteten Betrieben umso größer, je höher die Kategorie war, in die die Betriebe aufgrund der serologischen Ergebnisse eingestuft worden waren. Salmonellen wurden aber auch bei Schweinen in 2 (4,5 %) von 44 kulturell-bakteriologisch untersuchten Betrieben der Kategorie 0 gefunden. Das Vorkommen von Campylobacter spp. war mit dem serologischen Salmonella-Status der Betriebe nicht korreliert (p > 0,05).Die Prüfung der drei ELISA-Testsysteme SALMOTYPE®-ELISA, Enterisol®-ELISA und HerdChek-ELISA auf Übereinstimmung wurde an 687 repräsentativen Fleischsaft-proben vorgenommen. Dabei korrelierten die im HerdChek-ELISA ermittelten Anti-körpertiter nur wenig mit denjenigen, die im SALMOTYPE®-ELISA und im Enterisol®-ELISA gemessen wurden (Korrelationskoeffizienten 0,333 und 0,246). Der SALMOTYPE®-ELISA und der Enterisol®-ELISA korrelierten in ihren Ergebnissen besser miteinander (0,787). In der Bewertung der Proben in seropositiv und seronegativ machte sich das in einer Übereinstimmung bei 78,2 % (SALMOTYPE®-ELISA und Enterisol®-ELISA) bzw. 63,2 % (HerdChek-ELISA und Enterisol®-ELISA) bzw. 68,7 % (HerdChek-ELISA und SALMOTYPE®-ELISA) der Fleischsaftproben bemerkbar. Insgesamt führten alle drei Testsysteme nur bei 55,0 % der Proben zu derselben Bewertung. Anhand der ermittelten Korrelationen wurden die Messergebnisse der repräsentativen Fleischsaftproben auf alle 30.090 Fleischsaftproben extrapoliert. Die Analyse der extrapolierten Antikörpertiter ergab, dass sich die testbedingten Unter-schiede auch auf die Kategorisierung der Betriebe auswirken würden. So wären insgesamt 57 von 200 Betrieben (28,5 %) unterschiedlich kategorisiert worden, und zwar 28 (28,3 %) der mit dem SALMOTYPE®-ELISA als Kategorie 0 eingestuften Betriebe, 22 (23,9 %) der Kategorie-I-, 6 (75,0 %) der Kategorie-II-Betriebe sowie der Kategorie-III-Betrieb (100 %).Nach diesen Ergebnissen sind ca. 70 % der dem Landeskontrollverband Baden-Württemberg (LKV) angeschlossenen Schweinemastbetriebe mit Salmonelleninfektionen bei ihren Tieren konfrontiert. Die meisten Betriebe sind jedoch nur geringgradig belastet. Um die Qualität und Akzeptanz der serologisch basierten Kategorisierung von Betrieben zu sichern, sollten die zugelassenen Testsysteme deutschlandweit standardisiert werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2011
