Evaluierung verschiedener Verdünner zur Flüssigkonservierung von caninem Sperma

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Die künstliche Besamung gewinnt in der Hundezucht immer mehr an Bedeutung.Dabei können durch die Verwendung von flüssigkonserviertem Sperma selbst beivaginaler Deponierung des Samens i. d. R. deutlich bessere Trächtigkeitsratenund höhere Wurfgrößen erzielt werden als mit kryokonserviertem Sperma, einoptimales Besamungsmanagement vorausgesetzt. Zudem ist die Flüssigkonservierung von Sperma hinsichtlich Herstellung und Versand einfacher und kostengünstiger als die Kryokonservierung. Limitierend beim Einsatz von flüssigkonserviertem Sperma ist jedoch die begrenzte Überlebensdauer der Samenzellen.In der vorliegenden Arbeit wurden mittels Splitsample-Verfahren drei verschiedene Verdünner für die Flüssigkonservierung von caninem Sperma bei 4°Cvergleichend untersucht. Dabei handelte es sich um den kommerziellen VerdünnerCaniPRO Chill 10 (CP) und zwei nichtkommerzielle Verdünner (TRIS-Fruktose-Eigelb-Verdünner (TE) und Uppsala Equex-2 System). Beim zweiphasigenUppsala Equex-2 System waren zwei Versuchsteile zu unterscheiden: InVersuchsteil I erfolgte die Verdünnung mit Verdünner 1 und Verdünner 2 desUppsala Equex-2 Systems (Up 1 + 2), in Versuchsteil II nur mit Verdünner 1 (Up 1).Ziel der vorliegenden Untersuchungen war es, den am besten geeignetenVerdünner für die Flüssigkonservierung von Hundesperma bei 4°C über einenLagerungszeitraum von zehn Tagen zu bestimmen. Zudem sollte geprüft werden,wie lange eine akzeptable Spermaqualität in den verdünnten Ejakulatenaufrechterhalten werden kann. Dazu wurde von 30 Rüden jeweils ein Ejakulatfraktioniert gewonnen und die spermienreiche Fraktion mittels klassischer undmoderner spermatologischer Untersuchungsmethoden (CASA-System SpermVision ) hinsichtlich Motilität (subjektiv geschätzte Vorwärtsbeweglichkeit(VW), CASA-Gesamtmotilität (GMCASA), CASA-Vorwärtsbeweglichkeit (VWCASA)),Viabilität (Lebend-Tot-Anteil im Eosinausstrich (Lebende), CASA-Viabilität nachSYBR-14/PI-Färbung (ViaCASA)), Pathomorphologie (Eosinausstrich; Patho),akrosomaler Veränderungen (Spermac®-Färbung; AV) und funktioneller Integritätder Plasmamembran (Anteil an membrandefekten Samenzellen im HOS-Test;HOS) beurteilt. Im Anschluss wurden die Ejakulate in drei Aliquote geteilt und es erfolgte die Aufarbeitung mit den verschiedenen Verdünnern. Unmittelbar nach der Herstellung (Tag 0) wurden in den verdünnten Ejakulaten die gleichenBeurteilungsparameter untersucht wie in den Nativejakulaten. Nach 1, 2, 3, 5, 7und 10 Tagen Lagerung bei 4°C wurden 100 Pl-Aliquote der verdünnten Ejakulatefür fünf Minuten im Wasserbad auf 37°C angewärmt und anschließend hinsichtlichVW, GMCASA, VWCASA, Lebende, ViaCASA, Patho und AV beurteilt.Die in den Nativejakulaten untersuchten Spermaparameter variierten zwischenden verschiedenen Rüden. Die durchschnittlich ermittelten Werte waren: VW80,8 ± 9,5 %, GMCASA 70,9 ± 18,1 %, VWCASA 65,0 ± 19,9 %, Lebende 87,4 % (80,6-92,9 %), ViaCASA 82,7 % (71,0-91,9 %), Patho 10,3 % (SF = 1,66), AV 2,7 %(SF = 2,63) und HOS 3,1 % (SF = 2,34). Durch die Verdünnung mit denverschiedenen Verdünnern wurden die untersuchten Parameter mit Ausnahmevon HOS (CP: 5,0 % (SF = 2,23); TE: 4,7 % (SF = 2,12); Up 1 + 2: 8,0 %(SF = 2,16); Up 1: 4,3 % (SF = 1,69) nicht wesentlich beeinflusst (Tag 0).Insgesamt nahm die Spermaqualität über den Untersuchungszeitraum von zehnTagen jedoch in allen verdünnten Ejakulaten kontinuierlich ab. DieFlüssigkonservierung bewirkte in allen verdünnten Ejakulaten eine signifikanteReduktion der Motilität (VW, GMCASA, VWCASA), eine signifikante Verlangsamungder Spermiengeschwindigkeit und eine signifikante Verminderung der Viabilität(Lebende, ViaCASA), wohingegen es in fast allen verdünnten Ejakulaten zu einergeringgradigen, aber signifikanten Zunahme der Pathomorphologie und zu einemsignifikanten Anstieg des Anteils an Samenzellen mit akrosomalen Veränderungenkam. Ausgehend von einer initialen VW von 77,8 ± 11,4 % (CP) / 77,2 ± 14,3 %(TE) / 73,8 ± 18,0 % (Up 1 + 2) / 75,8 ± 13,8 % (Up 1) unmittelbar nach derHerstellung (Tag 0) war nach zehn Tagen noch eine VW von 58,2 ± 22,1 % (CP) /49,3 ± 23,9 % (TE) / 3,5 ± 4,6 % (Up 1 + 2) / 16,2 ± 12,1 % (Up 1), nachweisbar. Die ViaCASA an Tag 0 betrug 84,3 % (71,4-93,8 %) (CP) / 83,6 % (69,6-93,9 %) (TE) / 75,2 % (57,0-89,6 %) (Up 1 + 2) / 85,1 % (76,5-92,0 %) (Up 1) und verminderte sich über den Untersuchungszeitraum auf 58,8 % (41,7-74,9 %) (CP) / 59,7 % (40,8- 77,3 %) (TE) / 37,7 % (22,2-54,6 %) (Up 1 + 2) / 68,0 % (57,6-77,5 %) (Up 1) an Tag 10. Demgegenüber nahm die Patho zwischen Tag 0 (CP: 7,4 % (SF = 2,21); TE: 8,2 % (SF = 1,93); Up 1 + 2: 7,9 % (SF = 2,08); Up 1: 9,3 % (SF = 1,72)) und Tag 10 (CP: 10,7 % (SF = 2,04); TE: 10,7 % (SF = 2,19); Up 1 + 2: 9,8 % (SF = 2,26); Up 1: 10,6 % (SF = 1,96)) zu und auch für die AV konnte mit Ausnahme der mit Up 1 + 2 verdünnten Ejakulate ein Anstieg zwischen Tag 0 (CP: 4,2 % (SF = 2,43); TE: 3,9 % (SF = 2,67); Up 1 + 2: 6,6 % (SF = 2,18); Up 1: 2,8 % (SF = 2,34)) und Tag 10 (CP: 7,6 % (SF = 2,57); TE: 8,5 % (SF = 2,14); Up 1 + 2: 4,0 % (SF = 2,72); Up 1: 8,2 % (SF = 1,78)) beobachtet werden. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass in den mit CP und TE verdünnten Ejakulaten für eine Lagerungsdauer von zehn Tagen eine akzeptable Spermaqualität aufrechterhalten werden konnte. Die Motilität (VW, GMCASA, VWCASA) sowie die Spermiengeschwindigkeit waren über den Untersuchungszeitraum im Verdünner CP signifikant höher als in den anderen getesteten Verdünnern. Bezüglich der Viabilität (Lebende, ViaCASA) erwies sich im Zeitverlauf der Verdünner Up 1 als signifikant überlegen. Bei Betrachtung der Pathomorphologie war der Verdünner Up 1 + 2 signifikant besser als der Verdünner CP und Letzterer wiederum signifikant besser als der Verdünner TE. Hinsichtlich der akrosomalen Veränderungen konnten mit dem Verdünner Up 1 signifikant bessere Ergebnisse erzielt werden als mit dem Verdünner CP. Insgesamt betrachtet wurde die Spermaqualität und insbesondere die Motilität jedoch im Verdünner CP am besten konserviert, auch wenn die Unterschiede zu den anderen getesteten Verdünnern nicht für alle Parameter signifikant waren. Aufgrund dessen scheint der Verdünner CP den anderen getesteten Verdünnern überlegen und wird daher für die Flüssigkonservierung von caninem Sperma bei 4°C empfohlen.Da in der vorliegenden Arbeit allerdings ungeklärt bleibt, inwieweit sich dieFertilität des flüssigkonservierten Spermas im Zeitverlauf verändert und welcheAuswirkungen die getesteten Verdünner auf den Erhalt der Befruchtungsfähigkeitder Samenzellen haben, sind weitere Studien notwendig, um den Erhalt derBefruchtungsfähigkeit während der Langzeit-Flüssigkonservierung in vivo und invitro näher zu charakterisieren.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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