Der Beitrag des Video-Kopfimpulstests zur Abklärung von Schwindelbeschwerden und Vergleich mit der kalorischen Prüfung

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Der Video-Kopfimpulstest (VKIT) etabliert sich zunehmend in der Routinediagnostik bei Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Es stellt sich die Frage, wie zuverlässig der VKIT die vestibuläre Funktion abbildet und ob er einen ähnlichen Stellenwert wie die kalorische Prüfung einnimmt. Bei 171 Patienten mit Schwindelbeschwerden wurde der VKIT durchgeführt. Es erfolgte die Einteilung in Diagnosegruppen aufgrund der gesamten klinischen und apparativen Daten unabhängig vom VKIT-Befund. Neben dem Gain (Verstärkungsfaktor) wurden weitere VKIT-Parameter wie die Gain-Asymmetrie (GA) und Catch-up Sakkaden ausgewertet. Es wurden weiterhin 50 Patienten mit peripher-vestibulärer Unterfunktion (PVU) mit 25 Kontrollpersonen verglichen. Ein pathologischer Gain trat bei 44 der 171 Patienten der Gesamtkohorte auf. Von diesen hatten 24 einen Schwindel peripherer und 20 einen Schwindel zentraler oder unklarer Genese. Bei allen Patienten mit peripherem Schwindel (n=77 der Gesamtkohorte) war der Gain bei 31,2% bzw. die GA bei insgesamt 48,1% pathologisch; pathologische Sakkaden traten bei 59,7% dieser Patienten auf. Dem gegenüber war der Gain bei Patienten mit zentraler Schwindelgenese (n=47) bei 27,7% bzw. die GA bei insgesamt 55,3% pathologisch; hier traten bei 44,7% pathologische Sakkaden auf. Es fiel weiterhin auf, dass die GA bei 45,5% der Patienten im Vergleich zur klinischen Diagnose eine Minderfunktion auf der kontralateralen Seite anzeigte. Daraus ergibt sich, dass der VKIT zur Diagnose einer PVU nicht in gleicher Weise wie die kalorische Prüfung herangezogen werden kann. Im Vergleich der 50 PVU-Fälle zur 25 Kontrollen konnte dagegen ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Seitendifferenz (CP-Wert) aus der kalorischen Prüfung und dem Gain (p<0,001) bzw. der GA aus dem VKIT (p=0,007) auf einem Signifikanzniveau von .01 nachgewiesen werden. Die Receiver Operating Characteristic (ROC)-Kurven-Analyse ergab dabei mit einem Area under the curve (AUC)-Wert von 0,673 allerdings eine eher schlechte Güte des Gain im Vergleich zur Kalorik als Goldstandard.Diese Daten zeigen, dass die wichtige Zuordnung einer zentralen oder peripheren Schwindelursache an Hand des VKIT im untersuchten Studienkollektiv nicht möglich war und es wird geschlussfolgert, dass der VKIT die kalorische Prüfung nicht ersetzen, sondern höchstens komplementieren kann.

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