Entwicklung und Anwendung enzymimmunologischer Verfahren zum Nachweis von Alternariol
Lade...
Datum
Autor:innen
Betreuer/Gutachter
Weitere Beteiligte
Beteiligte Institutionen
Herausgeber
Zeitschriftentitel
ISSN der Zeitschrift
Bandtitel
Verlag
Lizenz
Zitierlink
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit beschreibt die Entwicklung und Anwendung von zwei Enzymimmuntests zum Nachweis von Alternariol auf der Basis polyklonaler- bzw. monoklonaler Antikörpern gegen dieses Mykotoxin (pAk- bzw. mAk-EIA). Zur Herstellung von Alternariol-Protein-Konjugaten wurde Alternariol mittels der Mannich- Kondensations-Reaktion an keyhole limpet hemocyanin (KLH) bzw. an bovines Serumalbumin (BSA) gekoppelt. Zur Gewinnung polyklonaler Antikörper wurden Kaninchen mit Alternariol-KLH immunisiert. Die Überprüfung der gewonnen Antiseren zeigte, dass alle Tiere spezifische Antikörper gegen Alternariol bildeten. Unter Berücksichtigung der Spezifität und Sensitivität wurden die geeignetsten Antiseren für die weitere Testentwicklung verwendet. Parallel hierzu wurden unter Verwendung des in dieser Arbeit hergestellten Immunogens an der LMU München monoklonale Antikörper gegen Alternariol produziert und für diese Arbeit zur Verfügung gestellt. Mit beiden Testsystemen konnte Alternariol im unteren pg/ml-Bereich nachgewiesen werden. Zur Entwicklung eines kompetitiven direkten EIAs wurde Alternariol-BSA mittels reduktiver Alkylierung an das Enzym Meerrettichperoxidase (HRP) gekoppelt. Unter der Verwendung eines Anti-Alternariol-Antiserums und des Alternariol-BSA-HRP-Konjugates konnte ein Testsystem erstellt werden, das den Nachweis von Alternariol mit einer Nachweisgrenze von 17 ng/ml erlaubte. Für die Entwicklung eines kompetitiven indirekten EIAs wurde das mittels Mannich- Kondensationsreaktion hergestellte Alternariol-BSA-Konjugat eingesetzt. Unter der Verwendung von polyklonalen bzw. monoklonalen Antikörpern konnten zwei indirekte EIAs etabliert werden. Mit einer mittleren Nachweisgrenze der Alternariol-Standardkurven von 35 ± 6,9 pg/ml (mAk-EIA) und 59 ± 16 pg/ml (pAk-EIA) sind beide Tests sehr empfindlich für Alternariol. Zur Bestimmung der Spezifität der beiden enzymimmunologischen Verfahren wurden die Kreuzreaktionen anderer Alternaria-Toxine getestet. Beide EIAs sind spezifisch für Alternariol, die relativen Kreuzreaktionen mit anderen Alternaria-Toxinen (Altenuen, Alternariolmonometyhlether und Tenuazonsäure) liegen unter 1 %. In einer ersten Anwendungsstudie wurden Proben ausgesuchter Lebensmittelgruppen mit den beiden indirekten EIAs untersucht. Die 119 analysierten Proben setzten sich aus Apfelsaft (n = 44), Apfelmus (n = 10), Erdbeerkonfitüre (n = 10), Tomatenketchup (n = 18), Tomatenmark (n = 10), Tomatensaft (n = 16) und Weißwein (n = 11) zusammen. Die Proben wurden entweder mit phosphatgepufferter Kochsalzlösung verdünnt und direkt analysiert (Apfelsaft, Wein, Tomatensaft) oder durch eine Flüssig-Flüssig-Extraktion aufgereinigt. Die Nachweisgrenze für Alternariol in Tomatenmark betrug 2 Mikrogramm/kg, in allen anderen Probenmatrices konnte eine Nachweisgrenze von 1 Mikrogramm/kg bzw. Mikrogramm/l erreicht werden. Die mittleren Wiederfindungsraten von Alternariol in künstlich kontaminierten Proben im Konzentrationsbereich von 1 10 Mikrogramm/kg lagen bei 43 80 % (mAk-EIA) bzw. bei 60 98 % (pAk-EIA). Ein hoher Prozentsatz der Proben (mAk-EIA 75 %, pAk-EIA 46 %) ergab positive Ergebnisse für Alternariol. Die nachgewiesenen Alternariol-Konzentrationen lagen zwischen 1 9 Mikrogramm/kg, in Tomatenmark wurden etwas höhere Alternariol-Gehalte festgestellt (13 Mikrogramm/kg). Bei der Untersuchung von sichtbar mit Schwärzepilzen befallenen Tomaten konnten Alternariol-Konzentrationen bis 37 mg/kg nachgewiesen werden. Die Übereinstimmung der Ergebnisse der beiden indirekten EIAs war akzeptabel und korrelierte auch mit durchgeführten HPLC-Analysen. Die in dieser Arbeit entwickelten Testsysteme ermöglichen somit einen schnellen und einfachen Nachweis von Alternariol im niedrigen Mikrogramm/kg-Bereich und eignen sich daher gut als Routineverfahren zum Nachweis von Alternariol in Lebensmitteln.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
