Rezidive eines großzellig anaplastischen Lymphoms bei Kindern und Jugendlichen : Prognosefaktoren und Überleben bei einer Therapiestrategie mit Blutstammzelltransplantation

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Großzellige anaplastische Lymphome (ALCL) stellen etwa 10- 15% der Non- Hodgkin- Lymphome bei Kindern und Jugendlichen. Mit einer Therapie aus kurzen, intensiven Chemotherapieblöcken über drei bis fünf Monate, wie sie in Deutschland seit ca. 1986 angewandt wird, liegt das ereignisfreie Überleben nach 5 Jahren bei 70 bis 75 % [64,70]. 25 bis 30% der Patienten erleiden ein Rezidiv. Die Rezidive treten innerhalb von zwei Jahren nach der Diagnosestellung auf. Im Gegensatz zu andern Non- Hodgkin- Lymphomen liegt die Wahrscheinlichkeit des Überlebens nach einem Rezidiv bei 50%. Die empfohlene Therapie für Rezidivpatienten in Deutschland bestand seit 1990 in einer Reinduktionschemotherapie, gefolgt von einer Hochdosistherapie mit autologer BSZT. Ziel dieser Arbeit war es, durch Analyse aller ALCL- Patienten, die zwischen 1990 und 2003 ein Rezidiv bekamen, die Effektivität dieses Therapieansatzes zu evaluieren und Prognosefaktoren für ein Überleben im Rezidiv herauszuarbeiten. Methoden und Patienten: Von Juli 1990 bis Februar 2003 wurden 75 Patienten mit einem Rezidiv eines ALCLs in Deutschland, Österreich und der Schweiz registriert. Zum Zeitpunkt des Rezidivs lag das Alter im Median bei 8,3 Jahren (von 0,5 bis 22,3 Jahre). Der mittlere Abstand vom Zeitpunkt der Diagnose bis zum Rezidiv lag bei 10,3 Monaten (von 1 bis 69 Monate). Von den 75 Kindern erhielten 21 eine palliative Therapie oder Chemotherapie ohne Hochdosistherapie, 39 wurden nach einer Induktionschemotherapie mit einer autologen BSZT und 15 primär mit einer allogenen BSZT behandelt. 17 der Patienten wurden wegen eines Progresses unter Therapie behandelt und 58 aufgrund eines Rezidivs nach Therapieende. Immunhistochemisch lag bei 24 Kindern ein CD3 positives und bei 42 ein CD3 negatives ALCL vor. Weitere zwei Kinder zeigten ein ALCL vom B- Zelltyp und bei sieben Patienten gab es keine Information über den CD3- Status.Der Einfluss von Rezidivzeitpunkt, Art der Therapie und Immunphänotyp auf das Auftreten eines Folgerezidivs wurde mit folgenden Ergebnissen untersucht.Die Wahrscheinlichkeit des Überlebens (OS) bei einem Rezidiv eines ALCLs nach drei Jahren lag bei 54 ± 6%.Von den 17 Patienten mit einem Progress unter Therapie überlebten nur drei (OS 15 ± 9 %) - signifikant weniger als von den Kinder mit einem Rezidiv nach Therapieende (38/ 58) (OS 65 ± 6 %; p= 0.0001).Das ereignisfreie Überleben (EFS) und Überleben (OS) der 39 Kinder, die eine autologe BSZT erhielten, betrug 52 ± 8 % und 74 ± 7 % nach drei Jahren. Acht der 16 Kinder mit einem Folgerezidiv nach autologer BSZT überlebten: fünf von ihnen nach einer sekundären allogenen BSZT. Das EFS der Kinder, die empfehlungsgemäß mit einer autologen BSZT behandelt wurden, war abhängig vom Immunphänotyp des ALCLs: 11 ± 10 % bei den neun Kindern mit CD3 positivem ALCL und 72 ± 10 % bei den 21 Patienten mit CD3 negativem ALCL (p= 0,0026). Das Überleben ist jedoch gleich, da in einigen Fällen eine sekundäre allogene BSZT vorgenommen wurde (s.o.).Insgesamt 20 Patienten wurden primär oder sekundär (wegen Rezidiv nach autologer BSZT) allogen transplantiert. Von den 20 Patienten starben nur zwei Kinder an der Erkrankung und drei an den Folgen der Therapie, resultierend in einem OS und EFS nach drei Jahren von 75 ± 10 %. Von den sechs Kindern, die nach einem Progress unter Therapie allogen transplantiert wurden, überlebten zwei. Schlussfolgerung: Eine Therapie mit Induktionschemotherapie und autologer BSZT war effektiv für Kinder und Jugendliche mit einem Rezidiv eines CD3 negativen ALCLs nach Therapieende. Patienten, die einen Progress unter der Therapie erleiden, haben eine geringe Überlebenschance. Die Rate an Rezidiven bei CD3 positiven ALCL nach autologer BSZT war hoch. Kinder mit einem Rezidiv eines CD3 positiven ALCLs oder mit einem Progress unter Therapie könnten von einer allogenen BSZT profitieren.

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