Die koronare Herzerkrankung ist in industrialisierten Ländern die führende Todesursache und wird dies nach Prognosen auch in der Zukunft bleiben. Diagnostischer Goldstandard zur KHK-Diagnostik ist die invasive Koronarangiografie, wobei in den letzten Jahren ein starker Anstieg der Untersuchungszahlen in Deutschland zu verzeichnen war. Nur in zirka 40% der Fälle erfolgte hierbei auch eine therapeutische Intervention. Dabei liegt das Risiko für schwerwiegende Komplikationen (MACE) bei rund 2-3%. In Anbetracht dieser Tatsache kommt der CT-Koronarangiografie eine wichtige Rolle zu. Mit einem sehr hohen negativen prädiktiven Wert (NPV) von 96%-100% erlaubt sie den nichtinvasiven Ausschluss einer relevanten KHK. Darüber hinaus können mittels Computertomografie frühe Krankheitsstadien, die das Gefäßlumen nicht reduzieren, diagnostiziert werden. Zusätzlich kann die Zusammensetzung koronarer Plaque beurteilt werden. Potenziell vulnerable Plaque, die sich CT-morphologisch vor allem durch niedrige Dichtewerte auszeichnen, können so identifiziert werden. Die pathophysiologische Grundlage der erhöhten Plaquevulnerabilität sind verstärkte Inflammationsprozesse, konsekutiv finden sich innerhalb der Plaque aktivierte Effektorzellen des Immunsystems und mit ihnen einhergehende Zytokine und Enzyme die zur Destabilisation der Plaque führen. Vorangegangenen Studien gaben Hinweise darauf, dass bei einen myokardialen Schaden frei werdende Biomarker bei einer KHK vermehrt nachzuweisen sind. Ziel der vorliegenden Arbeit war zu untersuchen ob sich ein Zusammenhang zwischen kardialen Biomarker und dem CT-morphologisch erhobenen Koronarstatus zeigt. Final wurden 142 Patienten ausgewertet, zunächst waren ihnen die Biomarker Troponin-T, hoch-sensitives-CRP, Myeloperoxidase sowie NT-proBNP abgenommen worden, danach schloss sich eine CT-Koronarangiografie an. Die KHK-Prävalenz in der Studienpopulation lag bei 59,9%, insgesamt gingen 469 Plaque in die Auswertung ein. Sowohl in einer uni-als auch einer Multivariaten Analyse ließ sich kein relevanter Zusammenhang vom Koronarstatus zu den Biomarkern zeigen. Dies galt für das Gesamtkollektiv als auch für diverse untersuchte Subgruppen. Auffallend zeigte sich eine hohe Prävalenz kalzifizierter Plaque. Möglicherweise erklärt sich dies einerseits durch den verwendeten Analysealgorithmus der Plaque, des Weiteren scheint auch die Zusammensetzung des Patientenkollektivs verantwortlich dafür zu sein. Viele Untersuchungen wurden bei mittlerer oder niedriger Vortestwahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer KHK durchgeführt. In vorangegangenen Studien konnte jedoch gezeigt werden, dass Patienten mit akutem Koronarsyndrom vermehrt nicht-kalzifizierte Plaque bzw. Plaque mit niedrigen Dichtewerten (niedrige HU) aufweisen. Eine Vielzahl der zum Vergleich vorliegenden Studien untersuchten Patienten mit akutem Koronarsyndrom.
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