Auswirkungen von Sport unterschiedlicher Disziplinen im Freizeitsportbereich auf Blutgerinnung und Fibrinolyse

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Die Auswirkungen sportlicher Aktivität auf den Gerinnungsstatus sind bisher überwiegend an Probanden untersucht worden, die unter Laborbedingungen auf einem Laufband, Ruder- oder Radergometer belastet wurden oder extremen Belastungen, wie etwa einem Marathonlauf ausgesetzt waren. Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, ob unter Feldbedingungen wie sie im Freizeitsport vorherrschen, ähnliche Effekte der sportlichen Aktivität auf die Blutgerinnung beobachtet werden können. Um dies zu gewährleisten, wurden realitätsnahe Studienbedingungen gewählt und die Untersuchungen als Feldversuch durchgeführt. Das Kollektiv setzte sich aus 43 Freizeitsportlern (10 Fußballer, 3 Ruderer, 9 Basketballer, 10 Radfahrer und 11 Läufer) zusammen. Die Probanden wurden einer für die jeweilige Sportart spezifischen Belastung ausgesetzt. Jedem Probanden wurde 3 Mal Blut entnommen, 1h-30 Minuten vor der sportlichen Belastung, 10-30 Minuten nach der sportlichen Belastung und 2 h nach Belastung. Untersuchte Parameter waren Thrombozyten, aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT), Faktor VIII:c (FVIII:c), Fibrinogen, endogenes Thrombinpotential (ETP), D-Dimer (DD), Hämoglobin, Hämatokrit, Erythrozyten, Leukozyten, Glukose und Laktat. Folgende Parameter wurden an das veränderte Plasmavolumen nach sportlicher Belastung angepasst: Thrombozyten, Faktor VIII:c, Fibrinogen, endogenes Thrombinpotential, D-Dimer, Leukozyten, Erythrozyten, Glukose und Laktat. 10-30 Minuten nach Belastung zeigte sich ein Anstieg des Medians des FVIII:c um 40 % (p < 0.001), während sich der Median der aPTT um 13 % verringerte (p < 0.001). FVIII:c und apTT erreichten 2 h nach Belastungsende ihre Ausgangswerte noch nicht wieder. Der Median der Thrombozytenzahl zeigte ebenso wie der Median der D-Dimer Konzentration einen Anstieg nach sportlicher Belastung, jeweils mit p < 0.001. Für die Fibrinogenkonzentration konnten keine wesentliche Veränderungen gemessen werden. In der vorliegenden Studie konnte sowohl eine Gerinnungsaktivierung als auch eine Aktivierung des fibrinolytischen Systems nach Freizeitsport dargestellt werden. Besonders deutlich ausgeprägt war die Gerinnungsaktivierung in den Sportgruppen Fußball und Basketball. Mögliche Ursachen für die in den Sportarten Fußball und Basketball stärker ausgeprägte Gerinnungsaktivierung sind eine inflammationsvermittelte Gerinnungsaktivierung, die möglicherweise durch traumatische Gegner- oder Objektkontakte ausgelöst wird sowie eine ß-adrenerg vermittelte Gerinnungsaktivierung durch eine stärkere Sympathikusaktivierung unter Wettkampfbedingungen. Für die Beeinflussung des Gerinnungssystems durch sportliche Belastung ist, neben Dauer, Intensität und Art einer Belastung auch entscheidend, unter welchen Bedingungen (Individualsportart / Mannschaftssportart, Wettkampfsituation / Nicht-Wettkampfsituation) die Sportart ausgeübt wird.

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