Kiefergelenks- und Kinnveränderungen bei der Herbst-Behandlung von Klasse II-1 Dysgnathien unterschiedlichen Gesichtstyps : eine röntgenkephalometrische Langzeitstudie

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Ziel der vorliegenden Arbeit war es das Ausmass und die Richtung von Kieferge-lenksveränderungen (Fossa articularis, Caput mandibulae, 'effektive' Kiefergelenks-veränderungen) sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf die Lage des Kinns,Unterkieferrotation und Fazialachsenrotation bei der Herbst-Behandlung von KlasseII:1 Patienten mit unterschiedlichem Gesichtstyp zu ermitteln. Untersucht wurden 68 Probanden (26 männlich und 12 weiblich). Anhand des Mandi-bularbasiswinkels (ML/NSL) wurden die Probanden in drei Gesichtstypgruppen ein-geteilt: Normodivergent (n=38), Hypodivergent (n=17) und Hyperdivergent (n=13). Fernröntgenseitenbilder des Kopfes von jedem Probanden wurden zu drei verschiede-nen Zeitpunkten ausgewertet: vor der Behandlung, nach der Behandlung und 5 Jahrenach der Behandlung. Veränderungen von skelettalen Referenzpunkten wurden zu ei-nem x/y Koordinatensystem (RL/RLp) gemessen. Für die Ermittlung der Fossaverlagerung wurde der anatomische Punkt (Co) amCaput mandibulae festgelegt und seine Veränderung nach Superponierung der Rönt-genbilder über die stabilen Strukturen der Schädelbasis gemessen. Für die Ermittlung des Kondyluswachstums wurde die Veränderung des gleichenPunktes (Co) nach Superponierung der Röntgenbilder über die stabilen Strukturendes Unterkiefers gemessen. Für die Ermittlung der 'effektiven' Kiefergelenksveränderung (Summationseffekt ausden Wachstumsveränderungen (1) des Kondylus und (2) der Fossa sowie (3) der La-geveränderung des Kondylus in der Fossa) wurde ein willkürlicher Punkt (CoA) imBereich des Caput mandibulae am ersten Röntgenbild festgelegt und nach Superpo-nierung der Röntgenbilder über die stabilen Strukturen der vorderen Schädelbasisauf die anderen Bilder übertragen. Die Veränderung des CoA-Punktes nach Super-ponierung der Röntgenbilder über die stabilen Knochenstrukturen des Unterkieferswurde gemessen. Diese Messung entsprach der 'effektiven' Kiefergelenksveränderung. Für die Ermittlung der Kinnveränderung wurde ein anatomischer Punkt (Pg) amknöchernen Kinn festgelegt und seine Veränderung nach Superponierung der Rönt-genseitenbilder über die stabilen Strukturen der vorderen Schädelbasis gemessen. Für die Ermittlung der Rotation des Unterkiefers wurde die Veränderung der Neigungder RL-Linie nach Superponierung der Röntgenbilder über die stabilen Strukturen desUnterkiefers gemessen. Für die Ermittlung der Fazialachsenrotation wurde die Veränderung der Neigung derSPg-Linie (eine Linie von Sella zu Pogonion) nach Superponierung der Röntgenbilderüber die stabilen Strukturen der vorderen Schädelbasis gemessen. Die Untersuchung führte zu folgenden Ergebnissen: Die physiologische Richtung der Fossaverlagerung nach posterior und inferiorveränderte sich vorübergehend durch die Herbst-Behandlung nach anterior undinferior. Kein Unterschied lag zwischen den drei Gesichtstypgruppen vor. Auf-grund der Beschränkungen der Messmethode konnte aber nicht mit Sicherheitfestgestellt werden, ob es sich um eine Fossaverlagerung oder auch um eine Kon-dylusverlagerung innerhalb der Fossa oder auch um eine Kombination beiderVeränderungen handelte. Das Kondyluswachstum und die 'effektive' Kiefergelenksveränderung warennach superior und posterior gerichtet. Die Ver anderungen während und nachder Behandlung waren bei den hyperdivergenten mehr nach posterior gerichtetals bei den hypodivergenten Probanden. Das Ausmass der Veränderungen warin den drei Gesichtstypgruppen vergleichbar. Die Kinnveränderung war während allen Untersuchungszeiträumen nach anteri-or und inferior gerichtet. In Bezug auf Richtung und Ausmass der Veränderunggab es keinen Unterschied zwischen den drei Gesichtstypgruppen. Die Unterkieferrotation war während der Behandlung bei den hyperdivergententendenziell mehr nach posterior gerichtet als bei den hypodivergenten Proban-den gerichtet. Nach der Behandlung rotierte der Unterkiefer bei den hypodiver-genten Probanden nach anterior und bei den hyperdivergenten nach posterior. Die Fazialachsenrotation war während und nach der Behandlung nach posteriorgerichtet. Es gab kein Unterschied zwischen den drei Gesichtstypgruppen. Schlussfolgernd konnte festgestellt werden, dass beim Vergleich der hypo- und hy-perdivergenten Herbst-Patienten die günstigen nach posterior gerichteten Kondylus-und 'effektiven' Kiefergelenksveränderungen bei den hyperdivergenten Probandenkeine entsprechende Einwirkung auf die sagittale Kinnposition nach anterior hatten.Die posteriore Unterkieferrotation bei den hyperdivergenten Probanden wirkte einersagittalen Kinnentwicklung entgegen.

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