Zum Einsatz injizierbarer Infodex®-Transponder zur Kennzeichnung von Mastschweinen unter besonderer Berücksichtigung von Desinfektions- und Sterilisationsmaßnahmen an Transponder und Implantationskanüle
In der vorliegenden Untersuchung wurden insgesamt 360 Mastschweinen je ein glasumhüllter Infodex®-Transponder (Destron/IDI) der Größe 18 x 3,0 mmsubkutan im Bereich der rechten Ohrbasis implantiert. Diese 360 Tiere wurden anhand der Kombination unterschiedlicher Sterilisations- undDesinfektionsmaßnahmen am Transponder und an der Implantationskanüle in 9 Gruppen eingeteilt. Gassterilisierte, unsterile oder mit 2%iger Savlon®-Lösungdesinfizierte Transponder wurden mit Implantationskanülen implantiert, die zwischen den einzelnen Implantationen nicht desinfiziert wurden oder die einerZwischendesinfektion mit 1%iger Savlon®-Lösung oder Ethanol (70 %) unterzogen wurden. Während der Mastperiode wurden klinische Befunde im Bereich der Implantationsstelle protokolliert und die Größe aufgetretener Umfangsvermehrungenvermessen. Die erhaltenen Daten wurden einer statistischen Auswertung unterzogen, die Aussagen über den zeitlichen Verlauf der Einheilung der Transponderund die Wechselwirkungen der Implantationskanülen- und Transponderbehandlung der einzelnen Gruppen ermöglichen sollten. Weiterhin wurden dieFunktionsfähigkeit, die Auffindbarkeit und das Migrationsverhalten der Transponder während des Untersuchungszeitraumes sowie die Entnahme derTransponder am Schlachthof untersucht.
Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
1.) Die Implantation ist mit einer Implantationspistole im Bereich der Ohrbasis schnell und einfach durchführbar. Eine sachgerechte und sorgfältige Implantationist eine Voraussetzung für eine ortsstabile Positionierung des Transponders.
2.) Die Untersuchungsergebnisse zeigen weitgehend übereinstimmend mit den Angaben in der Literatur, daß sich die Ohrbasis beim Mastschwein generell alsImplantationsstelle eignet.
3.) Nach der Implantation wurden drei Stadien der klinischen Symptome beobachtet. In den ersten Tagen post impl. lagen in zahlreichen Fällen die klinischenSymptome einer akuten Entzündung in gering- bis mittelgradiger Ausprägung vor. Zwischen dem 1. und 42. Tag traten guppenabhängig in Einzelfällenentzündliche Umfangsvermehrungen oder Abszesse auf und ab dem 56. Tag dann nichtentzündliche, geringgradige Umfangsvermehrungen. Ein statistischsignifikanter Zusammenhang zwischen den entzündlichen Veränderungen zu Beginn und den geringgradigen Umfangsvermehrungen gegen Ende derMastperiode bestand nicht.
4.) Die Ergebnisse der statistischen Auswertung führen zu der Aussage, daß eine Implantation von Transpondern beim Schwein unter Praxisbedingungen nichtohne Sterilisations- oder Desinfektionsmaßnahmen an Transponder und Implantationskanüle durchgeführt werden sollte. Ein paarweiserGruppen-Mittelwert-Vergleich mittels des Tukey-Tests ergab, daß sich die Gruppe 2/2, in der unsterile Transponder ohne Zwischendesinfektion derImplantationskanüle implantiert wurden, signifikant von einigen anderen Gruppen abhob. In dieser Gruppe 2/2 sind deutlich mehr Abszesse aufgetreten als inden anderen acht Gruppen. Die Anwendung einer Gassterilisation oder Savlon®-Desinfektion am Transponder hat nachweisbar einen positiven Effekt auf denEinheilungsprozeß des Transponders. Die Kanülendesinfektion ist gegenüber der Desinfektion bzw. Sterilisation des Transponders von untergeordneterBedeutung. Die Wechselwirkung zwischen Transponder- und Kanülenbehandlung ist statistisch signifikant, aber eine eindeutige Aussage über eine zubevorzugende Methode der Kombination der Sterilistaions- und Desinfektionsmaßnahmen an Transponder und Implantationskanüle ist anhand der statistischenAuswertung nicht möglich. Ein positiver Effekt durch die Anwendung eines flüssigen Desinfektionsmittels gleichzeitig an Transponder und Implantationskanülekonnte statistisch nicht nachgewiesen werden. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der deskriptiven Statistik und der klinischen Befunde kann aber dieAussage getroffen werden, daß eine gleichzeitige Anwendung bei der Implantation unter Praxisbedingungen empfehlenswert erscheint. Eine Kombination derbeiden Desinfektionsmittel Savlon® und Ethanol (70 %) an Transponder und Kanüle ist dabei möglich. Die Ergebnisse zeigen, daß sich Savlon® zurDesinfektion von implantierbaren Transpondern generell sehr gut eignet.
5.) Im gesamten Untersuchungszeitraum fielen 41 (11,39 %) von insgesamt 360 implantierten Transpondern aus. Hierbei entfielen 29 (8,05 %) derFunktionsausfälle auf die Zeit der Mastperiode und 12 (3,33 %) auf den Schlachtvorgang. Als Ursachen waren während der Mastperiode 21 (5,83 %)Transponderverluste und acht (2,22 %) Transponderdefekte sowie während des Schlachtvorganges je sechs (1,66 %) Transponderverluste undTransponderdefekte zu verzeichnen.
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