Nutzen einer intragastralen Kaliumsubstitution bei der Therapie von Colon- und Caecumobstipationen des Pferdes mit wasserfreiem Natriumsulfat
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Zusammenfassung
Primäre Obstipationen des Caecums und Colons werden traditionellerweise mit osmotisch wirksamen Laxantien behandelt. Eine unerwünschte Wirkung der Abführtherapie mit wasserfreiem Natriumsulfat besteht bei rund 45% der Pferde in einer Hypokaliämie. Dabei sinkt der Kaliumgehalt im Blut im Mittel um ca. 0,7 mmol/l ab (Gembicki 2011).Ziel der eigenen prospektiven, verblindeten, randomisierten und kontrollierten Studie war es, durch die zeitgleiche Verabreichung von Kaliumchlorid bei der intragastralen Abführtherapie mit wasserfreiem Natriumsulfat hypokaliämische Zustände zu verhindern.In die Studie sind 33 Probanden eingegangen. Nach Diagnosestellung und Erfüllung der Einschlusskriterien wurden die Patienten randomisiert einer von drei Gruppen zugeordnet. Die Kontrollgruppe K0 erhielt kein Kalium, während den Therapiegruppen 25 mg KCl / kg KGW (K25) oder 50 mg KCl / kg KGW (K50) verabreicht wurde. Alle Patienten erhiel¬ten Natriumsulfat (0,44 g / kg KGW) per Nasenschlundsonde. Die Salze wurden in 1,225 Liter / 100 kg KGW H2O gelöst. Klinische Untersuchungen und regelmäßige Blutkontrollen wurden alle zwei Stunden über die nächsten 24 Stunden durchgeführt. Innerhalb von 26 Monaten wurden 22 Warmblutpferde, 10 Kleinpferde und ein Pony in die Studie einbezogen. Es wurden 15 Colon- sowie 12 Caecumobstipationen und 6 Obstipationen im Colon und Caecum diagnostiziert. Alle Pferde konnten geheilt entlassen werden.Es konnte gezeigt werden, dass es beim Einsatz von Kaliumchlorid in zwei unterschiedlichen Mengen zu einer verminderten Anzahl und Dauer hypokaliämischer Zustände kam, auch wenn diese nicht vollständig verhindert werden konnten.Schwach signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen (p < 0,04) wurden u. a. für die Kaliumkonzentration ermittelt. Ebenso erwiesen sich die Unterschiede des pH Wertes als statistisch signifikant (p < 0,02) zwischen den Gruppen. Die Veränderungen über die Zeit (Hypokaliämie sowie Alkalose) zeigten sich als hoch signifikant (p < 0,001). Für Herzfrequenz, Atemfrequenz sowie Darmperistaltik konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden, hier zeigten sich nur zeitabhängige Signifikanzen. Dies fand sich entsprechend für die weiteren Parameter des Säure Basen Status (Bikarbonat, Base Excess und Laktat), sonstige Elektrolyte (Natrium, Kalzium und Chlorid) sowie Hämatokrit und Gesamteiweiß: keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen aber z.T. hoch signifikante Veränderungen im Zeitverlauf. Die metabolische Alkalose ist am Ehesten durch die bei der Abführtherapie zugeführten Natriumionen zu erklären, da Natrium als stark basisches Kation wirkt. Der zeitgleich zur Alkalose beobachtete Abfall des Kaliums entstand wahrscheinlich, weil Protonen im Austausch mit Kaliumionen in den Intrazellularraum verschoben wurden. Martens und Schweigel (2003) geben an, dass bei einer erhöhten Kaliumaufnahme bei Kühen die Natriumausscheidung kompensatorisch ansteigt. Anzunehmen wäre, dass es im umgekehrten Fall zu einer erhöhten, kompensatorischen Kaliumausscheidung kommt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kaliumspiegels trotz der Zufuhr von KCl in den ersten 6 Stunden nach Abführtherapie bei wenigen Pferden abnahm. Die zusätzliche Gabe von Kaliumchlorid führte zu einem deutlich schnelleren Wiederanstieg des Blutkaliumspiegels und ein Kaliumzusatz von mindestens 50 mg / kg KGW zur Abführtherapie mit Natriumsulfat verhinderte die überwiegende Anzahl hypokaliämischer Zustände. Daher sollte bei jeder Natriumsulfatgabe mindesten 50 mg / kg KCl zusätzlich verabreicht werden. Inwiefern höhere Dosen bzw. die wiederholte Gabe von KCl von Nutzen sind, müssten künftige Studien eruieren.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
