Der puerperale Zeitraum legt die Grundlage für die nächste Trächtigkeit. Erkrankungen des Uterus in diesem Zeitraum können die Uterusinvolution beeinträchtigen und die Fruchtbarkeit der Rinder vermindern. Zur Beschleunigung der Involution und Verbesserung der Fruchtbarkeit wurde in der Vergangenheit mehrfach der Einsatz von Hormonen im Puerperium untersucht. In der vorliegenden Studie wurde der Einfluss einer eCG Applikation im Frühpuerperium auf den Verlauf des Puerperiums und die Fruchtbarkeit von Fleckviehkühen analysiert.Dazu wurden 203 Tiere der Rasse Fleckvieh in die Studie aufgenommen. 57 der Tiere waren Färsen, 146 Kühe. Den Tieren wurde am 10. Tag p. p. 500 I. E. eCG (n = 67), 50 myg GnRH (n = 68) oder 2,5 ml Catosal (n = 68) intramuskulär verabreicht. Die Tiere wurden am 10. Tag, 25. Tag und 42. Tag p. p. klinisch untersucht, die Rückenfettdicke sonographisch gemessen und das Vorliegen von vaginalem Ausfluss erhoben. An den Untersuchungstagen wurde der Uterus und das Ovar sonographisch vermessen. Die Tiere wurden bis zur erfolgreichen Trächtigkeit oder Ausscheiden aus dem Betrieb verfolgt. Um die Fruchtbarkeitsleistung der Tiere zu vergleichen wurde von allen Tieren der Besamungsindex, Rast- und Güstzeit berechnet. Weiterhin wurde die Milchleistung der ersten 100 Laktationstage erhoben.Folgende Ergebnisse wurden erzielt:- Die Gabe von eCG führte zum gehäuften Nachweis von Ovarialzysten am 25. Tag p. p. (p = 0,04).- Die Applikation von eCG führte zu einer schnelleren Involution der Zervix vom 25. bis zum 42. Tag p. p. (p = 0,009).- Die Färsen zeigten über den Untersuchungszeitraum eine schnellere Involution der Zervix (p = 0,005) und des Gebärmutterkörpers (p = 0,01) im Vergleich zu den Kühen.- Die Kühe wiesen häufiger ein gestörtes Puerperium auf als die Färsen (p = 0,006) und wurden später trächtig (p = 0,04)- Die Kühe zeigten in den ersten 100 Laktationstagen eine höhere Milchleistung als Färsen (p < 0,0001)- Tiere mit einem physiologischen Puerperium zeigten am 42. Tag p. p. folgende relevanten Ergebnisse:o geringerer Zervixdurchmesser (p = 0,0009)o geringerer Gebärmutterdurchmesser (p = 0,0002)o geringerer Durchmesser der Uterushörner (p < 0,05)- Tiere mit einem physiologischen Puerperium hatten eine kürzere Güstzeit (p = 0,01)Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Gabe von eCG im Frühpuerperium zu einem erhöhten Auftreten von Ovarialzysten führt. Eine relevante Beschleunigung der puerperalen Involution konnte nicht erreicht werden. Die Uterusinvolution wurde durch die Laktationszahl und dem puerperalen Verlauf beeinflusst. Hingegen hatte die Milchleistung und die Abnahme der Rückenfettdicke keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Uterusinvolution. Die sonographische Messung des Gebärmutterdurchmessers kann zur Unterscheidung von Tieren mit gestörtem oder physiologischem Puerperium herangezogen werden.
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