Untersuchungen zur vertikalen Übertragung des Parrot Bornavirus bei Psittaziden

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In dieser Arbeit wurden Untersuchungen zur vertikalen Übertragung des PaBV bei Nymphensittichen (Nymphicus hollandicus) durchgeführt. Um die Infizierbarkeit von embryonalen Nymphensittichzellen zu überprüfen, wurden in vitro embryonale Nymphensittichgehirnzellkulturen (NEB) und embryonale Nymphensittichfibroblastenzellkulturen (NEF) von zehn Tage alten Nymphensittichembryonen hergestellt und mit PaBV-4 (Ps34) oder PaBV-2 (Ps39) beimpft und die Wachstumseigenschaften zu untersuchen. Beide Varianten ließen sich auf den NEB- nicht aber auf den NEF-Zellen vermehren. PaBV-2 zeigte hier ein deutlich besseres Wachstum im Vergleich zu CEC-32-Zellen aus Vorversuchen. In einem Vorversuch wurde 3 %iges Wasserstoffperoxid als ein geeignetes Desinfektionsmittel gegen PaBV auf der Eischale bestimmt. In Versuch 1 wurden 32 befruchtete Eier zwischen dem dritten und fünften Bebrü-tungstag mit PaBV-4 in den Dottersack inokuliert und bis zum Tag 12-14 p.i. bebrütet Die Organe jedes Embryos wurden anschließend mittels RT-PCR, Histologie, Immunhistochemie und Virus-Isolierung untersucht. Neun Embryonen wiesen PaBV-4 RNA im Gehirn auf. Bei 26/32 konnte PaBV-Antigen im Gehirn nachgewiesen werden. Keiner der Embryonen zeigte pathologische Veränderungen in der Histologie. Eine Virusisolierung gelang nicht. Anschließend wurden Embryonen an Tag drei bis fünf der Bebrütung in den Dotter-sack (Gruppe 1: n = 25 + 2-Mock-Kontrollen, mit PaBV-4; Gruppe 3: n = 15 + 2-Mock-Kontrollen, mit PaBV-2) beziehungsweise am Tag fünf bis sieben auf die Chorioallantoismembran (Gruppe 2: n = 25 + 2-Mock-Kontrollen, PaBV-4; Gruppe 4: n = 15 + 2-Mock-Kontrollen, mit PaBV-2) inokuliert. In Gruppe 1 und 2 wurden jeweils zehn und in Gruppe 3 und 4 jeweils fünf inokulierte Embryonen und eine Mock-Kontrolle mittels RT-PCR untersucht. Zehn (Gruppe 1 und 2), beziehungsweise fünf (Gruppe 3 und 4) weitere Embryonen je Gruppe wurden histologisch und immunhistochemisch untersucht. Jeweils fünf Embryonen aus allen Gruppen sowie jeweils eine Mock-Kontrolle wurden für die Virus-Isolierung verwendet.Bei acht der zehn infizierten Embryonen (Gruppe 1), 8/10 der Gruppe 2, 4/5 der Gruppe 3 und 5/5 der Gruppe 4 konnte PaBV-RNA im Gehirn nachgewiesen wer-den. 9/10 Embryonen der Gruppe 1, 10/10 der Gruppe 2, 5/5 der Gruppe 3 und 5/5 der Gruppe 4 wiesen PaBV-Antigen im Gehirn nicht jedoch in den Organen auf. Alle Kontrollen waren negativ.In allen Gruppen war eine präferierte Verteilung von PaBV-Antigen im Kleinhirn (Arbor vitae) und Gehirnarealen mit Ventrikelanschnitt, gegenüber dem Großhirn zentral ohne Ventrikelanschnitt zu sehen. Eine genaue Differenzierung der infizierten Zellen mittels verschiedenen Zellmarkern gelang bislang nicht.Histologisch konnten in keinem Embryo pathologische Veränderungen gefunden werden. Aus keinem der inokulierten Embryonen und aus den Kontrolltieren gelang eine PaBV-Isolierung.Die Untersuchung von Eiern von natürlich PaBV infizierten Pyrrhura spp. verlief negativ. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass eine vertikale Übertragung von PaBV grundsätzlich möglich scheint, wenn PaBV-RNA auf natürlichem Weg ins Ei gelangt. Anhand eines kontrollierten Infektionsversuchs wurde erstmalig gezeigt, dass PaBV nur im Gehirn der Embryos vorkommt. Die fehlende Pathologie in der Histologie deutet auf die Möglichkeit latent infizierter Träger oder einen abortivem Infektionsverlauf hin, welches durch weitere Untersu-chungen geklärt werden muss.

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