Einfluss einer therapeutischen Katheterintervention bei Hunden mit Persistierendem Ductus Arteriosus und Pulmonalstenose auf die Gerinnung
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Zusammenfassung
Katheterinterventionen sind mit einem Thromboserisiko assoziiert. Ziel dieser prospektiven Studie war die Evaluation der primären, sekundären und tertiären Hämostase sowie der natürlichen Antikoagulantien bei Hunden mit persistierendem Ductus Arteriosus Botalli (PDA) bzw. Pulmonalstenose (PS) während der Katheterintervention. Eingeschlossen wurden Hunde >10 kg Körpergewicht, die zwischen Juni 2010 und November 2011 mit PDA (n=10) oder PS (n=10) zur interventionellen Therapie vorgestellt wurden. Die Blutprobenentnahmen erfolgten 1) nach Narkoseeinleitung, 2) nach Legen der venösen Schleuse, 3) nach Implantation des ACDO bzw. nach Ballondilatation und 4) 30 Minuten danach. Die hämatologische Untersuchung (ADVIA 2120 , Siemens Healthcare Diagnostics) schloss die Thrombozytenaktivierungsindizes (MPC = Mean Platelet Component, MPV = Mean Platelet Volume, Large Platelets und Platelet Clumps) ein. Die Thrombozytenfunktion wurde mittels Impedanz-Vollblut-Aggregometrie (Multiplate, Roche Diagnostik GmbH) mit dem Induktor Kollagen (Konzentrationen 3,2; 1,6; 0,8; 0,4 µg/ml) evaluiert. Die Messungen der Prothrombinzeit (PT), aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT), Fibrinogen, Faktor VIII (FVIII), Antithrombin (AT), Protein C, Protein S und D-Dimeren erfolgten am STA Compact (Roche Diagnostik GmbH). Zusätzlich wurde eine Kaolin-aktivierte Thrombelastografie (TEG) durchgeführt. Der Hämatokrit sank während des Eingriffes signifikant (p < 0.0001) ohne Gruppenunterschied (p = 0,2093). Beide Gruppen zeigten einen signifikanten (p< 0,0001) Abfall (Minimum Zeitpunkt 3 bzw. 4) von PLT, MPC, AT und Thrombozytenfunktion (Velocity, p < 0,0001) sowie von FVIII, Protein S und Fibrinogen. Die 3 letztgenannten Parameter waren signifikant niedriger bei Hunden mit PS (p = 0,0285 bzw. 0,0014 bzw. 0,0447). In beiden Gruppen war ein signifikanter Anstieg von PT, aPTT, MPV (p < 0,0001) und D-Dimeren (p = 0,0296) feststellbar. Ein zeitlich signifikanter Anstieg der PLT-Clumps (p = 0,0097) ließ sich nur in der Gruppe der PS nachweisen (Maximum zu Zeitpunkt 3). Der TEG-G-Wert (Gesamtgerinnungsaktivität) zeigte keine signifikanten Veränderungen.Die Katheterintervention führte in beiden Gruppen zu einer Thrombozytenaktivierung zu Zeitpunkt 3, einer signifikanten Verminderung pro- und antikoagulatorischer Komponenten und zu Hinweisen auf Fibrinolyse evtl. infolge vorangegangener Gerinnungsaktivierung. Für die Parameter PLT-Clumps, Protein S, FVIII war dieser Effekt ausgeprägter in der PS Gruppe. Trotz der festgestellten statistischen Signifikanzen bleibt eine klinische Relevanz fraglich, zumal sich die meisten Parameter innerhalb bzw. nahe des Referenzbereiches befanden. Klinisch wurden weder Thrombose- noch Blutungs-assoziierte Komplikationen bei den Patienten beobachtet. Aufgrund der erhobenen Daten ist der routinemäßige Einsatz von Antikoagulantien, wie z.B. Thrombozytenfunktionshemmer im Herzkathetereingriff des Hundes nicht notwendig.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
