In der vorliegenden Arbeit konnten bei 30 Katzen mit einer Katzenschnupfensymptomatik, die aufgrund ihres klinischen Befindens in dreiverschiedene Krankheitsgruppen eingeteilt wurden, Unterschiede bei verschiedenen hämatologischen, serologischen undimmunologischen Parametern herausgearbeitet werden.
Die mittleren Leukozytenwerte aller Patientengruppen lagen signifikant höher als jene der Kontrolltiere, aber nicht sehr hoch oberhalb desReferenzbereichs der Medizinischen und Gerichtlichen Veterinärklinik I.
Unter den kranken Katzen lag der Anteil der FeLV-positiven Katzen bei 10 % (3/30). Es wurde nur ein FIV-positives Tier gefunden,Doppelinfektionen kamen nicht vor, während unter den Kontrolltieren keine Retrovirusinfektionen nachgewiesen wurden. Die Katzen aller 4Gruppen wiesen positive FCoV-Titer auf, die mit p < 0,05 statistisch schwach signifikante Unterschiede aufwiesen. In der Abstufung derMittelwerte lag die Gruppe 3 mit den am schwersten erkrankten Tieren vor der Gruppe 2 mit nur leichten Katzenschnupfensymptomen, derGruppe 1 mit den zur Zeit nicht klinisch kranken Katzen, die aber früher bereits Katzenschnupfensymptome gezeigt hatten, und der Gruppemit den gesunden Kontrolltieren.
Die Untersuchung auf neutralisierende Antikörper gegen das FHV 1 ergab positive Titer bei 33 % (5/15) der Kontrollkatzen, 57 % (4/7) derasymptomatischen Katzen, 72 % (8/11) bei den Tieren mit einer leichteren Symptomatik sowie 81,8 % (9/11) in der Gruppe der klinischschwer kranken Katzen. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren mit p < 0,05 schwach signifikant. Auch hier wurden die niedrigstenMittelwerte in der Kontrollgruppe gefunden, ansonsten war die Reihung genau umgekehrt, denn es folgten die Gruppe 1, Gruppe 2 und dieGruppe 3.
Die Immunphänotypisierung der Lymphozytensubpopulationen ergab für die Pan T-, sowie die CD8-markierten Zellen keine signifikantenUnterschiede zwischen den einzelnen Gruppen.
Der prozentuale Anteil der CD4-Zellen der Katzen der Gruppe 1 lag etwas niedriger als jener der Kontrollgruppe, während in der Gruppe 2signifikant niedrigere Werte als in den übrigen Gruppen gefunden wurden.
Der mittlere CD4-CD8-Quotient der Katzen aus der Gruppe 2 lag unter denen aller anderen Gruppen, wobei sich der Unterschied zurKontrollgruppe mit p < 0,01 als signifikant und zur Gruppe 1 mit p < 0,05 als schwach signifikant darstellt.
Die B-Lymphozytenzahlen der am schwersten erkrankten Katzen der Gruppe 3 waren gegenüber allen Gruppen deutlich erhöht, und zwargegenüber den Katzen der Gruppe 1 mit p < 0,01 signifikant, gegenüber der Gruppe 2 mit p < 0,05 schwach signifikant
Die durchgeführten Lymphozytenproliferationstests ergaben, daß alle eingesetzten FHV-1-Zubereitungen bei den Lymphozyten einigerKatzen antigene Wirkung zeigten und Proliferationsreaktionen auslösten. Die meisten positiven Reaktionen wurden durchformalininaktiviertes Virus induziert. Durch formalininaktiviertes FHV 1 ausgelöste Reaktionen waren im Durchschnitt geringgradig höherals jene, die durch UV-inaktiviertes Virus ausgelöst wurden, während durch virulentes FHV 1 nur bei Katzen Reaktionen erzielt wurden, dieauch auf formalininaktiviertes Virus reagierten und die zusätzlich unter einer Retrovirusinfektion litten.
Während in der Kontrollgruppe 5/15 Katzen positive Stimulationsindizes nach Stimulation mit den verschiedenen FHV-1-Zubereitungenzeigten, wurde in der Gruppe 1 (der zur Zeit klinisch gesunden Katzen) keine Stimulationsreaktion (0/7 Tieren) durch eineFHV-1-Zubereitung ausgelöst.
In der Gruppe 2 (die Katzen mit leichterer Schnupfensymptomatik) wurde bei 4/11 Tieren und in der Gruppe 3 (den schwerer krankenKatzen) bei 5/12 Katzen positive Stimulationsindizes gefunden.
Insgesamt gesehen waren die Stimulationsreaktionen auf die eingesetzten FHV-1-Zubereitungen relativ niedrig. Weder die Höhe dergefundenen Stimulationsindizes noch die Reaktion auf eine der Zubereitungen waren spezifisch für eine Zuordnung zu einer der dreiPatientengruppen mit Ausnahme der Reaktionen auf nicht inaktiviertes FHV 1, die nur bei FeLV- oder FIV-positiven Katzen gefundenwurden.
Als Gesamtergebnis der vorgelegten Arbeit kann festgehalten werden, daß die bei den Katzen durchgeführten Einmaluntersuchungensowohl klinischer als auch labordiagnostischer Parameter Unterschiede zwischen, aber auch innerhalb der einzelnen Gruppen aufzeigten.Hieraus ergeben sich Ansatzpunkte, um in folgenden Studien bei Katzen erweiterte Verlaufsuntersuchungen durchzuführen.
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