La femme comme oeuvre d’art: Frauenkonzeptionen im Werk Théophile Gautiers – intermediale und performative Aspekte
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https://doi.org/10.22029/jlupub-20953Abstract
Die vorliegende Dissertation betrachtet die performative Konstruktion der Frau als Kunstwerk in Théophile Gautiers Prosawerk aus einer intermedialen und performativen Perspektive. Ein umfangreiches und gattungsübergreifendes Korpus wird dafür auf intermediale Schreibweisen, ihre Verbindung mit weiblichen Figuren und ihr performatives Potenzial untersucht. Ziel der Arbeit ist es, die performative Konstruktion der Frauenfiguren als œuvres d’art durch intermediale Bezüge aufzuzeigen und die damit einhergehende Meta- und Medienreflexionen zu erfassen.Die durchgängige Verwendung intermedialer Bezüge in Verbindung mit Frauenfiguren weist eine immer wiederkehrende Medien- und Metareflexion auf, die als verbindendes Element über Gautiers Prosawerk steht. Die Reflexionen zu Kunst, Kunstbetrieb und kreativer Schöpfung bestätigen und ergänzen sich teilweise textübergreifend. Damit ist nicht nur die intermediale Ästhetik, sondern auch ihre Verbindung zu Weiblichkeit ein strukturgebendes Element in Gautiers Novellen und Romanen. Die performative Konstruktion der Frauenfiguren als Kunstwerk sowie die damit einhergehende Repräsentation lassen eine Projektionsfläche entstehen, die zentral ist für die metareflexive Funktion der intermedialen Bezüge. Die Frauenfiguren verkörpern die Grenzen der Kunst und gleichzeitig deren Überschreitung, die am Ende alle auf das Verhältnis von Kunst und Natur zurückzuführen sind. Gleichzeitig wird die künstlerische Produktion auf die Frauenfiguren übertragen: Mit dem Protagonisten als Schöpfer und der Frauenfigur als Kunstwerk wird der Schöpfungsprozess über die zwischenmenschliche Beziehung verhandelt. Die über die Frauenfigur als Kunstwerk vermittelten Meta- und Medienreflexionen lassen sich drei übergeordneten Themen zuordnen: dem kreativen Schöpfungsprozess, dem Verhältnis von Künstler und Kunstprodukt zur Gesellschaft und der Unmöglichkeit, ein künstlerisches ästhetisches Ideal zu erreichen und zu erhalten. Über die Brüche der intermedialen Bezüge werden die Möglichkeiten der verschiedenen Künste, die Schönheit der Natur abzubilden, medienreflexiv verhandelt. Die Suche nach einem ästhetischen Ideal wird immer wieder über die Suche nach Frauenfiguren thematisiert.
Damit wird die performative Konstruktion der Frauenfiguren als Kunstwerke deutlich, ebenso wie die mit ihr einhergehenden Metareflexionen zur Kunst in ihrem Verhältnis zur Realität (Schöpfungsprozess, Rezeption und Gesellschaft). Sie verdeutlichen eine intermediale Ästhetik als strukturgebendes Element in Gautiers Prosawerk, das essenziell für Handlung, Motive und Reflexionen ist.
