Hygienehypothese und Bauernhofeffekt : Atopie-Entwicklung im Alter von 6 Jahren in Abhängigkeit von Lebensstilfaktoren : Ergebnisse aus der PASTURE-Geburtskohorte

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Hintergrund:Allergien und Atopie sind ein gesundheitsepidemiologisches Problem, da die Prävalenz dieser Erkrankungen innerhalb der letzten hundert Jahre sprunghaft angestiegen ist (Allergische Epidemie). Ziel dieser Arbeit sollte es sein, anhand einer epidemiologischen Längsschnittstudie zu untersuchen, welche Umweltfaktoren einen präventiven Effekt auf die Entwicklung einer Atopie haben und was mögliche Risiko- und Schutzfaktoren für eine Atopieentwicklung sind. Hierbei sollte insbesondere die Hygienehypothese, sowie der in Querschnittsstudien beobachtete Bauernhofeffekt im Längsschnittdesign getestet werden. Die Hygienehypothese besagt, dass Kinder in der postmodernen Gesellschaft weniger mikrobiellen Expositionen ausgesetzt sind, woraus eine vermehrte Anfälligkeit für Atopie und Allergie resultiert. Der Bauernhofeffekt sagt aus, dass auf traditionell geführten Bauernhöfen lebenden Menschen hohen und vielfältigen mikrobiellen Expositionen ausgesetzt sind, die sie über Stallstaubexposition aufnehmen und die durch den Konsum nicht prozessierter Kuhmilch ergänzt werden. Diese Expositionen führen dazu, dass Bauernfamilien weniger häufig an Allergie und Sensibilisierung gegenüber Allergenen leiden als Nichtbauernfamilien. Material und Methoden:Die in die dieser Arbeit verwendeten Daten wurde in Rahmen der PASTURE Studie gewonnen, einer europäischen, EU-geförderten Studie, welche in den Ländern Deutschland, Finnland, Frankreich, Österreich und der Schweiz durchgeführt wurde. Die Geburtskohorte bestand aus Bauernfamilien von traditionellen Bauernhöfen. Die Referenzgruppe bestand aus Nichtbauernfamilien aus der gleichen Region. Die Exposition wurde über Fragebogenabfrage erhoben. Das Outcome wurde durch Messung des spezifischen IgEs im Blut als Maß für eine Sensibilisierung gegenüber bestimmten Allergenen bestimmt. Messwerte über 0,35 IU/ml wurden als positives Messergebnis gewertet. In der vorliegenden Arbeit wurde die Prävalenz der Sensibilisierung sowohl gegen jegliche Allergene, als auch gegen die einzelnen Allergengruppen in der Gesamtpopulation und in den beiden Kohorten im 6. LJ der Kinder ausgewertet, jeweils für spezifisches IgE > 0,35 IU/ml und für spezifisches IgE >3,5 IU/ml. Weiterhin wurde die Exposition der Kinder im ersten LJ und ihre Atopiestatus im 6.LJ untersucht und nach möglichen Zusammenhängen gesucht. Es wurden dabei Expositionsvariablen aus dem Fragebogen nach Expositionen ausgewählt, welche in vorherigen Studien bereits als mögliche protektive oder Risikofaktoren identifiziert worden waren. Ergebnisse:Es zeigte sich, dass die Kinder der Bauernkohorte im 6. LJ weniger spezifisches IgE im Blut aufwiesen als die Referenzgruppe. Diese Unterschiede waren jedoch nicht signifikant. Bei den im Einzelnen untersuchten Expositionen konnte kein Schutzeffekt durch bauernhoftypische Expositionen gezeigt werden, ebenso nicht beim Stillen der Kinder länger als vier Monate. Die Betreuung der Kinder gemeinsam mit anderen Kindern zeigte einen schwachen Schutzeffekt für die Sensibilisierung gegenüber Nahrungsmittelallergenen bei ein cut-off Wert von spezifisches IgE > 0,35 IU/ml und ganzjährigen Allergenen bei ein cut-off Wert von spezifisches IgE > 3,5 IU/ml.Der Aufenthalt der Mutter in einer Scheune erhöhte das Risiko einer Sensibilisierung gegenüber ganzjährigen Allergenen bei einem cut-off Wert von spezifisches IgE > 0,35 IU/ml. Rauchen der Mutter führte zu einer vermehrten Sensibilisierung gegenüber saisonalen Allergenen bei ein cut-off Wert von spezifisches IgE > 0,35 IU/ml. Allergische Symptome der Mutter erhöhten ebenfalls das Risiko einer Sensibilisierung gegenüber saisonalen Allergenen. Ein protektiver Effekt durch Stillen kann in dieser Arbeit jedoch nicht bestätigt werden.Schlussfolgerung:Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Bauernhofeffekt auf die Atopie nicht belegt werden konnte. Dies liegt möglicherweise am Studiendesign, insbesondere am Aufbau des Fragebogens. Ursachen könnten aber auch in dem sich veränderndem Umfeld der traditionellen Bauernhöfe liegen, welche unter dem Druck der fortschreitenden Modernisierung der Landwirtschaft von ihrem ursprünglichen Charakter abweichen.

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Giessen : VVB Laufersweiler Verlag

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