Evaluation prognostischer Faktoren des diffus großzelligen B-Zell Lymphoms nach Einführung der Rituximab-Immuntherapie

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Ziel dieser Studie war die Evaluation der am häufigsten verwendeten klinischen und immunhistochemischen Prognostik in der Ära der Rituximab- Immuntherapie von DLBCL. Grundlage waren die Beobachtungen mehrerer Autoren, dass der vor der Einführung der Rituximab etablierte IPI in der Ära der Immuntherapie nur noch eingeschränkte Gültigkeit habe (57, 98). Neben dem auf klinischen Faktoren fußenden IPI können DLBCL entsprechend ihrer Ursprungszelle mittels GEP in drei Subtypen klassifiziert werden: GCB, ABC und Typ 3 (15, 58). Als Surrogat für die durch aufwendige GEP ermittelte Ursprungszelle wurden immunhistochemische Algorithmen, wie der Hans- Algorithmus, entwickelt, auf deren Grundlage sich DLBCL in GCB und non- GCB Typen unterscheiden lassen (66). Analog dem IPI wurde auch die Aussagekraft des Hans- Algorithmus nach Addition von Rituximab zum CHOP- Schema geschmälert und dessen prognostische Relevanz kontestiert (51, 61, 65, 67, 69, 71, 72, 75). Unsere Ergebnisse zeigen, dass die prognostische Diskrepanz zwischen den IPI- Kategorien nicht ausreicht um, wie im Standard- IPI vorgesehen, vier distinkte Gruppen zu unterscheiden. Die Differenzen in den Überlebensraten nach r- IPI- Kategorien fielen hingegen deutlicher aus. Der IPI- Prognoseindex erwies sich somit retrospektiv in seiner revidierten Form auch unter Rituximab als einfach anwendbar und aussagekräftig. Die prognostische Stratifizierung nach Hans- Algorithmus produzierte keine signifikanten Unterschiede im Überleben zwischen GCB und non- GCB Subtypen. Die Subgruppenanalyse für Hochrisikopatienten zeigte jedoch deutlich ungünstigere Verläufe für non-GCB Lymphome. Der Hans Algorithmus behielt in der Rituximab- Ära in unserer Auswertung nur in der Subgruppe der Hochrisiko Patienten seine Validität.Prognostische Unterteilungen haben insbesondere dann klinische Relevanz, wenn für eine Subgruppe ein vorteiliger Effekt durch eine von der Standardtherapie abweichende Therapieform beobachtet werden kann (132). Diese prädiktive Komponente könnte in der Identifizierung der Ursprungszelle zur Adaption von Therapiestrategien an Bedeutung gewinnen.

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Giessen : VVB Laufersweiler Verlag

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