Evaluierung des prognostischen Potentials von Inflammationsmarkern bei Patienten mit Transkatheter-Aortenklappenimplantation
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Zusammenfassung
Die TAVI zählt heute zu den Standardverfahren bei therapiebedürftiger AS. Um das präinterventionelle Risiko besser abschätzen zu können, wurden verschiedene, aus der Kardiochirurgie bekannte Scores angewendet. Eine zufriedenstellende Risikostratifizierung konnte damit nicht erreicht werden. Speziell für TAVI entwickelte Scoresysteme sind noch in Erprobung. Eine weitere Möglichkeit zur Einschätzung des Mortalitätsrisikos ist die Konzentrationsmessung von Biomarkern.In dieser Studie wurden insgesamt 554 TAVI-Patienten aus der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim von 2011 bis 2014 auf den Zusammenhang von elevierten präinterventionell gemessenen Inflammationsparametern und erhöhter Mortalität untersucht. Die Kohorte wurde als Ganzes sowie in zwei Teilgruppen für den transfemoralen und transapikalen Zugangsweg betrachtet. Nach 30 Tagen waren insgesamt 45 Patienten verstorben, nach einem Jahr insgesamt 111 Patienten.PCT stellte sich als untersuchter Parameter mit der höchsten prognostischen Wertigkeit heraus. Für diesen Inflammationsmarker wurde die beste Diskriminierungsfähigkeit mit einer AUC von 0,963 für die Ein-Jahres-Mortalität bei transfemoral therapierte Patienten mit niedrigem Risiko verzeichnet. Presepsin wies für die transfemoral behandelten Patienten mit hohem Risiko ebenfalls prognostisches Potential auf. Bei Patienten mit einem STS-Score größer gleich 4 konnte für die Ein-Jahres-Mortalität eine AUC für Presepsin von 0,704 bestimmt werden. Alle übrigen Inflammationsparameter zeigten mit einer moderaten Diskriminierungsfähigkeit von <0,7 nur mäßige prognostische Wertigkeit und scheinen für die Risikostratifizierung von TAVI-Patienten ungeeignet zu sein. Die zusätzlich durchgeführte Überlebenszeitanalyse von transfemoral und transapikal behandelten Patienten zeigte keinen signifikanten Unterschied. Beide Therapieformen wiesen ein ähnliches Mortalitätsrisiko innerhalb des ersten Jahres nach TAVI auf.Die Ergebnisse dieser Arbeit belegen das prognostische Potenzial von ausgewählten Inflammationsmarkern, insbesondere PCT, als Mortalitätsprädiktoren bei TAVIPatienten. PCT und Presepsin sollten neben weiteren vielversprechenden Parametern wie natriuretische Peptide und dem Faktor Gebrechlichkeit in der Erarbeitung eines speziell für TAVI-Patienten konzipierten Score-Systems zur Risikoabschätzung Beachtung finden. Wie genau sich die PCT-Konzentrationen in ein leichtes, mittleres oder hohes Risiko einteilen lassen, muss in weiterführenden Studien untersucht werden.Die vorliegende Studie stellt somit einen wichtigen Teilschritt in der Entwicklung der Risikostratifizierung von TAVI-Patienten dar.
Today TAVI is a routinely used procedure for patients with aortic stenosis who need treatment. For estimating the pre-interventional risk more accurate, many cardiosurgically known scores were applied. However, this did not lead to a satisfying risk stratification. Score systems which have been specially developed for TAVI are still at the experimental stage. A further possibility for estimating the mortality risk is measuring the concentration of biomarkers.This research study tested the correlation between elevated pre-interventionally measured inflammation markers and increased mortality of in total 554 TAVI-patients from the Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim between 2011 and 2014. The study group was considered in total and as two separate groups for the transfemoral and transapical approach. Within the first 30 days 45 patients died, after one year 111 patients had passed away.PCT turned out as the tested parameter with the highest prognostic value. For this inflammation marker the best discrimination of an AUC of 0,963 for the one-yearmortality for patients with transfemoral therapy and low risk was documented. Presepsin also showed prognostic potential for high risk patients with transfemoral treatment. Regarding the one-year-mortality of patients with a STS-Score greater than or equal 4 an AUC of 0,704 was observed. All of the other inflammation markers proved only a moderate prognostic value with a discrimination of <0,7 and seem to be ineligible for the risk stratification of TAVI. The supplementary executed survival time analysis of transfemoral and transapical treated patients did not show a significant difference. Both ways of implantation had a similar risk of mortality within the first year after TAVI.The results of this study verify the prognostic potential of selected inflammation markers, particularly PCT, as a predictor of mortality for patients undergoing TAVI. PCT and Presepsin in addition to other promising parameters, such as natriuretic peptides and the factor frailty, should be considered when developing a TAVI-score system for risk stratification. How exactly the concentration of PCT can be divided in a low, moderate or high risk, has to be figured out in further studies.Consequently, this study presents a fundamental step in the development of risk stratification for TAVI-patients.