Untersuchungen zum Vorkommen von Mutationen in den Nichtstrukturproteingenen 3c und 7b des felinen Coronavirus bei spontanen FIP-Fällen

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1. Ziel der Arbeit war es, mittels RT-PCR und anschließender Sequenzierung zu überprüfen, welche Rolle Deletionen oder andere Mutationen im Nichtstrukturproteingen 3c des FCoV bei an FIP erkrankten Katzen spielen. Darüber hinaus wurde auch eine Amplifikation des Nichtstrukturproteingens 7b durchgeführt.2. In der Literaturübersicht wird zunächst ein Überblick über die bisherigen Vorstellungen zur Pathogenese der FIP beschrieben. Dabei steht das Genom der felinen Coronaviren im Mittelpunkt der Betrachtung. Auf bisherige Vorstellungen zur Bedeutung des Vorkommens von Deletionen in den Nichtstrukturproteingenen wird in besonderem Maß eingegangen. 3. Die RNA-Isolierung mit anschließender RT-PCR erfolgte aus 282 Gewebeproben von insgesamt 28 Katzen, bei denen in der Sektion sowie histopathologisch und immunhistologisch FIP diagnostiziert wurde. Mithilfe veröffentlichter FCoV-Stämme wurden Primer für die entsprechenden Positionen hergestellt und die optimalen PCR-Bedingungen anhand bereits isolierter FCoV-RNA aus dem Institut für Virologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, ermittelt.4. Es stellte sich heraus, dass die Amplifikation des Nichtstrukturproteingens 7b wesentlich effektiver gelang als die von 3c. Für die Amplifikation von ORF 3c musste deshalb ein nested PCR-Verfahren eingesetzt werden. Insgesamt war der Nachweis beider Nichtstrukturproteingene aus dem großen Netz (Omentum maius) und dem Mesenteriallymphknoten häufiger möglich als aus anderen Organen. 5. Die Sequenzanalyse ergab, dass innerhalb einer Katze der Großteil der Isolate verschiedener Gewebe identisch war. Sowohl bei ORF 3c als auch ORF 7b fanden sich bei einzelnen Katzen die größten Abweichungen von den restlichen Geweben in den Darmisolaten. Deletionen innerhalb von ORF 3c konnten bei 11/19 Katzen mit vollständig vorliegenden Sequenzdaten gefunden werden. Darüber hinaus traten in 14/19 Fällen Stopcodons in der Basensequenz von 3c auf. Von den insgesamt 26 Katzen mit Sequenzdaten zu ORF 7b fanden sich nur in einem Fall Deletionen innerhalb des Gens. Allerdings zeigten sich hier durchgehende Aminosäurekodierungen ohne Stopcodons. 6. In dieser Arbeit konnte das gehäufte Auftreten von Deletionen im Nichtstrukturproteingen 3c bei FIPV bestätigt werden. Außerdem traten bei FIPV im Gegensatz zu den als FECV deklarierten Sequenzen häufig Stopcodons innerhalb der Basensequenz auf. Jedoch wiesen nicht alle untersuchten FIP-Katzen Deletionen im Nichtstrukturproteingen 3c auf und bei 3 dieser Tiere lagen auch durchgehende und vollständige Aminosäurekodierungen vor. Deshalb können Mutationen des 3c-Gens nicht zwangsläufig mit der Virulenz des FCoV gekoppelt werden. 7. Das Auftreten von Mutationen in ORF 3c war unabhängig vom untersuchten Gewebe. Außerdem konnte kein Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von Mutationen/Stopcodons und dem Geschlecht der Katzen, den pathologisch-anatomischen Befunden sowie dem immunhistologischen Signal festgestellt werden. Der FCoV-Nachweis gelang auch aus Geweben ohne pathologisch-anatomische und histopathologische Veränderungen, was die Vermutung nahelegt, Virus aus dem Blut der entsprechenden Organe isoliert zu haben.8. Die erfolgreichere Amplifikation von ORF 7b im Vergleich zu ORF 3c kann auf unterschiedliche Mengen an subgenomischer mRNA in infizierten Zellen zurückzuführen sein. Eine Bedeutung und ein beteiligter Regulationsmechanismus hierfür sind bislang nicht bekannt. 9. Nach den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit hängt der Ausbruch von FIP bei einer FCoV-infizierten Katze nicht zwangsläufig mit Deletionen oder Mutationen in den Nichtstrukturproteingenen 3c und 7b zusammen.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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