Ernährungskompetenz in Familien (EFA) : eine empirische Untersuchung

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Problemstellung und ZielsetzungVerbraucher stehen einem immer komplexer werdenden Ernährungsversorgungssystem gegenüber. Über alle sozialen Schichten hinweg scheinen der Umgang mit Lebensmitteln und die Umsetzung wissenschaftlicher Empfehlungen für eine gesundheitsförderliche Lebensweise schwer zu fallen. Lebensmittelverschwendung, nach wie vor ansteigende ernährungsmitbedingte Erkrankungen und die zunehmende Belastung des Gesundheitssystems haben das öffentliche Bewusstsein geschärft, sich mit Möglichkeiten auseinanderzusetzen, ernährungskompetentes Alltagshandeln in und für Familien zu fördern. Da in Deutschland Familien selbst zur Einschätzung ihrer Ernährungskompetenz noch nicht befragt wurden, war das Ziel dieser Arbeit, auf Basis des Forschungsstands die Kompetenz von Familien empirisch zu erforschen und die Erkenntnisse für Interventions- und Entlastungsstrategien zu nutzen. Im Fokus standen Fragen nach aktuell relevanten Teilkompetenzen, den Einflussfaktoren auf diese und dem Unterstützungspotenzial neuer Medien sowie innovativer Vertriebswege von Lebensmitteln.Methodische VorgehensweiseUm sich das Verständnis von Ernährungskompetenz zu erschließen, wurde das Studiendesign sequenziell aufgebaut. In der qualitativen Vorstudie wurden drei problemzentrierte Interviews mit Experten unterschiedlicher Disziplinen sowie zwei Gruppendiskussionen mit dem Zielkollektiv deutschsprachige Mütter mit mindestens einem im Haushalt lebenden Grundschulkind geführt. Der Erkenntnisgewinn diente der Hypothesenbildung und der Entwicklung eines strukturierten, teilstandardisierten Fragebogens für die quantitative Erhebung. 572 Mütter von elf Gießener Grundschulen füllten den Fragebogen aus (33% Rücklauf). Um Aussagen über die Umsetzung von Teilkompetenzen durch die Mütter treffen zu können, wurden 26 vorgegebene Teilkompetenzen durch eine Faktoren- und Reliabilitätsanalyse zu drei Faktoren verdichtet und im Zusammenhang mit drei gebildeten Clustern geprüft. ErgebnisseMütter sind nach wie vor die Hauptverantwortlichen für die Ernährungsversorgung und die intergenerative Vermittlung von Teilkompetenzen. Eingeschränkt fühlen sie sich hierbei v.a. durch die eigene Berufstätigkeit - Entlastungswünsche bestehen gegenüber dem eigenen Partner, den Kindern sowie gegenüber Einkaufsstätten, Lieferdiensten und der Lebensmittelindustrie. Neue Medien und innovative Distributionswege können dann hilfreich sein, Ernährungsinformationen oder online bestellte Lebensmittel zu beziehen, wenn Nutzungshürden, wie die verwirrende Informationsflut im Internet, die Unbekanntheit von ernährungsspezifischen Apps und die fehlende Nutzungskompetenz neuer Medien sowie innovativer Distributionswege, abgebaut werden. Es zeigt sich, dass die gebildeten Cluster die verdichteten Teilkompetenzen - Informationen über Ernährung beurteilen und umsetzen können , Ernährungsversorgung rationell planen und Kochfertigkeiten situativ einsetzen - im Ernährungsversorgungsalltag unterschiedlich nutzen. Tendenziell kommen diese bei hohem Haushaltsnettoäquivalenzeikommen (Cluster 1) weniger zum Tragen, bei jungen Müttern mit Migrationshintergrund oder niedriger Bildung (Cluster 2) hingegen häufiger. Ältere Befragte und solche mit hoher Schulbildung (Cluster 3) fokussieren sich auf eine informierte und organisierte Gestaltung der Ernährungsversorgung.

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