Oleyl-Phosphocholin, ein neuer Wirkstoff zur Behandlung der kaninen viszeralen Leishmaniose

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Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den neuen Wirkstoff Oleyl-Phosphocholin (Ol-PC) zur Therapie der kaninen viszeralen Leishmaniose zu untersuchen. Neben der Prüfung der klinischen Wirksamkeit galt es Nebenwirkungen zu erfassen und hinsichtlich ihrer Tolerierbarkeit zu bewerten. Mittels PCR wurde der Erregerstatus der Patienten vor und nach der Therapie miteinander verglichen. In diesem Zusammenhang sollte geklärt werden, ob die Behandlung mit Ol-PC zu einer Erregerfreiheit im Knochenmark und in diesem Sinne zu einer Heilung der Tiere führen kann. Die Untersuchung umfasste 3 Behandlungsgruppen. In einem Vorversuch erhielten die Patienten (n = 3) jeweils 5 Injektionen in einer Dosierung von 4,2 µmol/kg KGW. Nach Modifikation der Therapie wurden die weiteren Patienten (n = 21) in zwei Behandlungsgruppen (Gruppe A und Gruppe B) eingeteilt. Den Hunden der Gruppe A wurden insgesamt 8 Injektionen in einer Dosierung von 7,0 µmol/kg KGW verabreicht. Die Tiere der Gruppe B erhielten jeweils 9 Injektionen zu je 5,3 µmol/kg KGW des Wirkstoffes. Der Wirkstoff lag in einer liposomalen Formulierung vor und wurde subkutan injiziert. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten eine gute klinische Wirksamkeit des Präparates. In den Behandlungsgruppen A und B konnte eine signifikante Besserung bezüglich der Gesamtheit der Symptome nachgewiesen werden. Lethargie, Hautveränderungen, generalisierte Lymphknotenvergrößerungen und blasse Schleimhäute besserten sich in beiden Gruppen signifikant. Neben einer positiven Beeinflussung der klinischen Symptomatik lies sich auch eine gute Wirksamkeit von Ol-PC gegenüber krankheitsspezifischer labordiagnostischer Veränderungen feststellen. Erythrozytenzahl, Hämoglobingehalt der Erythrozyten, Hämatokritwert, Thrombozytenzahl und Gesamtleukozytenzahl zeigten ebenso wie die Konzentration von Albumin im Blutplasma einen signifikanten Anstieg unter dem Einfluß von Ol-PC. Auffallend erschien im Vergleich zu anderen Präparaten die kurze beschwerdefreie Zeit nach der Therapie mit Ol-PC. Die mediane Remissionszeit betrug in Gruppe A 4 Wochen und in Gruppe B 7 Wochen.Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei der Therapie der kaninen Leishmaniose mit Ol-PC stellten bei 88,9 % aller Patienten gastrointestinale Symptome dar. Außerdem fielen bei 81,5 % aller behandelten Hunde Schwellungen der Injektionsstellen und bei 74,1 % eine Erhöhung der rektal gemessenen Körpertemperatur auf. Da die Behandlung aber bei keinem Tier auf Grund einer unerwünschten Medikamentenwirkung abgebrochen werden musste, sind die Nebenwirkungen von Ol-PC insgesamt als tolerierbar einzustufen. Eine negative Beeinflussung hämatologischer und blutchemischer Parameter wurde im Zusammenhang mit der Therapie nicht beobachtet. Jedoch war ein signifikanter Anstieg des Protein-Kreatinin-Quotienten im Urin nachweisbar. Die mit Ol-PC behandelten Hunde zeigten nach erfolgter Therapie keine signifikant erniedrigten Raten von negativen PCR-Ergebnissen im Knochenmark. Eine Erregerfreiheit und in diesem Sinne eine Heilung der kaninen Leishmaniose mittels Ol-PC war durch die in dieser Studie eingesetzten Dosierungen und Therapieintervalle nicht zu erzielen. Jedoch zeigte ein deutlich verminderter prozentualer Anteil zytologisch positiver Tiere nach der Therapie eine deutliche Reduktion der Erregerdichte im Knochenmark. Die zytologische Untersuchung des Knochenmarkes deutete darüber hinaus auf eine positive Beeinflussung der Hämatopoese durch die Behandlung mit Ol-PC hin. Die gute klinische Wirksamkeit des Präparates wird auf diese Weise unterstrichen.

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Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005

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