Kieferorthopädische Behandlungsprinzipien bei Juveniler Idiopathischer Arthritis : ein Systematic Review

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Ziel dieser Arbeit war die Durchführung einer systematischen Literaturrecherche zu kieferorthopädischen Behandlungsprinzipien bei Patienten mit Juveniler Idiopathischer Arthritis (JIA) und Kiefergelenkbefall.Mehrere elektronische Datenbanken (PubMed, Medpilot, Web of Science, DIMDI) wurden systematisch nach Studien durchsucht, die bis einschließlich April 2008 publiziert worden waren. Des Weiteren wurde eine Handsuche der kieferorthopädischen und rheumatologischen Fachliteratur vorgenommen, sowie die Referenzlisten der ausgewählten Artikel nach geeigneten Publikationen durchsucht. Die ermittelten Artikel wurden unabhängig von zwei Untersuchern bewertet und nach einem dreischrittigen Verfahren (Titel-Abstract-Volltext) ausgewählt. Die Artikel mussten Fallstudien (5 Patienten oder mehr) mit Erkrankungsbeginn vor dem 16. Lebensjahr sein.Nach Abschluss des Auswahlverfahrens standen acht Artikel zur Verfügung, wovon sechs einen kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgischen und zwei einen funktionskieferorthopädischen (FKO) Therapieansatz beschreiben. In den sechs chirurgischen Untersuchungen (ausschließlich Fallserien) beschränkte sich der kieferorthopädische Anteil auf die prächirurgische Ausformung und die postchirurgische Feineinstellung, während die skelettale Diskrepanz durch eine Vielzahl chirurgischer Techniken (Rippenknorpeltransplantate, sagittale Spaltung, Le-Fort-I, Genioplastik) korrigiert wurde. Auch wenn letztendlich alle Autorengruppen mit ihren Behandlungsergebnissen zufrieden waren, bleiben viele Fragen bezüglich des Kiefergelenkzustandes offen. In den zwei funktionskieferorthopädischen Studien wurde die Unterkieferrücklage mit Aktivatoren behandelt. Während die erste Studie die Funktionsverbesserung in den Vordergrund stellte, befasste sich die zweite Autorengruppe in erster Linie mit den dentoskelettalen Veränderungen. Auch wenn diese beiden Studien das wesentlich größere und homogenere Probandengut hatten und auch diese Autoren ihre Behandlungsziele erreichten, sind diverse Fragen bezüglich des Gelenkzustandes unbeantwortet. Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass aufgrund des inhomogenen Patientengutes und der unterschiedlichen Behandlungsprinzipien aus der Literatur keine kieferorthopädische Therapieempfehlung für JIA-Kinder mit Kiefergelenkbefall abgeleitet werden kann. Es scheint jedoch, als ob herausnehmbare funktionskieferorthopädische Apparaturen das Unterkieferwachstum bei jugendlichen JIA-Patienten verbessern können.

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