Die Bedeutung der nikotinischen Acetylcholinrezeptoren in atopischer Dermatitis

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Die Haut besitzt ein cholinerges System, welches aus Acetylcholin (ACh) synthetisierenden Enzymen sowie aus Transportern und Rezeptoren für ACh besteht. In der Haut finden sich hohe Konzentrationen von ACh. Dieses wird von Keratinozyten, Nervenfasern, ekkrinen Drüsen, Zellen des Gefäßendothels und von Leukozyten freigesetzt und kann dann an die muskarinischen (MR) und nikotinischen ACh Rezeptoren (nAChR) auf Kerationzyten, dermalen Fibroblasten und Drüsenzellen binden. Die Stimulation dieser Rezeptoren spielt eine große Rolle für die Motilität, das Wachstum und die Differenzierung der Kerationzyten und Fibroblasten.In der Haut von Patienten die an atopischer Dermatitis (AD) leiden, zeigen sich Veränderungen in diesem System. Es konnte gezeigt werden, dass die Haut dieser Patienten eine höhere Konzentration von ACh enthält und dass die sensible Antwort auf ACh gegenüber der gesunden Haut verändert ist.Um herauszufinden welche Rolle die nAChR in der Pathogenese der AD spielen, wurde die mRNA-Expression und die Lokalisation der neuronalen nAChR-a-Untereinheiten in Hautbiopsien von läsionaler und non-läsionaler AD-Haut sowie von gesunden Probandenmittels real-time RT-PCR und Immunhistochemie untersucht. Die immunhistochemischen Daten zeigten, dass die nAChR-a-Untereinheiten 3, 5, 7, 9 und 10 in vielen neuronalen und non-neuronalen Zellen der gesunden und der AD-Haut vorhanden sind. Zusätzlich konnten einzelne Untereinheiten zum ersten Mal in Nervenfasern und Blutgefäßen der Haut nachgewiesen werden. In der real-time RT-PCR konnten wir außerdem die mRNAs der Untereinheiten 3, 5, 7, 9 und 10 nachweisen. Dabei zeigte sich eine von der Entzündungsreaktion unabhängige, reduzierte mRNA-Expression der a-Untereinheiten 3, 7, 9 und 10 in läsionaler wie non-läsionaler Haut von AD-Patienten. Im Vergleich zwischen läsionaler und non-läsionaler AD-Haut konnten Unterschiede für die mRNA-Expression der Untereinheiten 3, 9 und 10 gezeigt werden. Ein signifikanter Unterschied in der Expression der a9-Untereinheit war nur dann zu erkennen, wenn die Biopsie von AD-typischen Lokalisationen wie der Ellen- und Kniebeuge entnommen wurde. Die Erhöhung der mRNA-Expression der a3-Untereinheit in der läsionalen Haut war mit einer vermehrten Anzahl an a3-positiven Keratinozyten in der Epidermis verbunden. Für die a-Untereinheiten 9 und 10 zeigte sich unterdessen eine gegenläufige Regulation zwischen mRNA-Expression und immunhistochemischen Ergebnissen.Im Vergleich zwischen intrinsischem, extrinsischem und gemischtem AD-Typ sowie zwischen Geschlecht und Rauchern/Nichtrauchern konnten in unserer Studie keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Expression von nAChR-a-Untereinheiten festgestellt werden.Obwohl sich in der AD-Haut eine generelle Verminderung der mRNA-Expression der a-Untereinheiten 3, 7, 9 und 10 gegenüber der Haut von gesunden Kontrollprobanden zeigte, konnten Veränderungen auf Proteinebene nur für die läsionale AD-Haut festgestellt werden.Während die Veränderungen in der läsionalen AD-Haut auch eine Folge der Inflammation sein können, weist die generelle Verminderung der mRNA-Expression in der AD-Haut auf eine höhere Anfälligkeit für Störungen der Hautbarrierefunktion sowie für Triggerfaktoren von Entzündung und Ekzem hin.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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