Eignung kommerziell erhältlicher Enzym-Immun-Testsätze zum Nachweis von Antikörpern gegen Enteroviren für die Diagnostik, insbesondere bei kardialer Symptomatik
In der vorliegenden Studie wurden drei kommerziell angebotene Testsätze zur Erkennung von Antikörpern gegen Enteroviren nach der Methode des indirekten ELISA verwendet, zunächst um Seren von Patienten mit Verdacht auf Myokarditis zu untersuchen. In Anbetracht der da-bei gefundenen Ergebnisse kamen Zweifel an der Funktionsfähigkeit der Testsätze auf, weil die Ergebnisse der Testsätze untereinander in keiner Weise übereinstimmten. Deshalb wurde von dem ursprünglichen Ziel die Häufigkeit und Verteilung von Enterovirusinfektionen bei Myokarditiden abgewichen, und stattdessen anhand von Kontrollgruppen die Funktionsfä-higkeit der Testsätze überprüft. Dies wurde zum einen mit Seren von Patienten durchgeführt, bei denen aus Stuhlproben oder Rachenabstrichen Enteroviren isoliert worden waren, und zum anderen mit Seren, bei denen im Rahmen der Routinediagnostik bereits mit dem Neutra-lisationstest IgM Antikörper nachgewiesen worden waren. Dabei wurde festgestellt, daß die Testsätze nur bei wenigen der gerade beschriebenen Seren Antikörper nachweisen konnten, und daß die Ergebnisse der Testsätze, wie bereits zuvor festgestellt, untereinander fast nie übereinstimmten. Das Resultat war, daß keiner der Testsätze für die Routinediagnostik geeig-net ist, weil die Ergebnisse nicht verläßlich sind, entgegen den in der Literatur beschriebenen ELISAs.
Abzuwarten bleibt, ob diese Mängel behoben werden können (Virotech hat den Testsatz be-reits weiter bearbeitet) und der in der Routinediagnostik nur mühsam und langsam durchführ-bare, serotypspezifische Neutralisationstest abgelöst werden kann.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen