Einflussfaktoren auf die IGF-1-Konzentrationen in Viertelanfangsgemelksproben von Kühen mit unterschiedlicher Eutergesundheit : eine Feldstudie

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Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Ermittlung der IGF-1-Konzentrationen in der Milch eutergesunder und mastitiskranker Kühe aus unterschiedlichen Herden mit einem validierten Meßverfahren (Radioimmuntest mit funktioneller Abtrennung der IGF-Bindungsproteine), um eine Datengrundlage über IGF-1-Werte in der Kuhmilch zu erarbeiten. Anschließend sollte der Einfluß physiologischer sowie pathologischer Faktoren auf die IGF-1-Konzentration in der Milch untersucht werden. Dazu wurden die Daten von 5040 Viertelanfangsgemelksproben von 498 Kühen statistisch ausgewertet. Die Proben waren im Rahmen einer Feldstudie von Mai-Dezember 1998 auf acht landwirtschaftlichen Betrieben in Schleswig-Holstein gezogen worden. Dabei wurden gleichzeitig Daten über das Herdenmanagement und die Gesundheit der Tiere gesammelt. 2664 Proben stammten von rotbunten, 2376 von schwarzbunten Kühen. Der Einfluß der Rasse auf die IGF-1-Konzentration erwies sich als nicht signifikant (F-Test: p > 0,1). Statistisch signifikant war der Einfluß der physiologischen Faktoren Herdensaison, Euterviertel, Laktationsnummer und -abschnitt, somatische Zellzahl, Leistungsklasse und Trächtigkeitsstadium. Als pathologische Faktoren übten erhöhte Zellzahlen und bakteriologischer Befund signifikante Einflüsse aus. In der Frühlaktation (Laktationstag 5 bis 80) wurden signifikant höhere IGF-1-Konzentrationen gemessen als in der Hochlaktation. In der Spätlaktation (ab Laktationstag 241) stiegen sie wieder signifikant an. Dabei nahmen die IGF-1-Mittelwerte mit steigendem Alter, ausgedrückt durch die Laktationsnummer der Kühe (Laktationsnummer 1, 2 und >=3), signifikant zu. Für Proben von Kühen mit einer durchschnittlichen Milchleistung über 20 kg/Tag wurden signifikant niedrigere IGF-1-Mittelwerte berechnet als für Proben von Kühen, die bis zu 20 kg Milch pro Tag gaben. Von 388 Kühen lagen gesicherte Angaben über ihren Trächtigkeitszustand vor. In Proben von Kühen, die länger als 200 Tage tragend waren, wurden signifikant höhere IGF-1-Konzentrationen gemessen als in Proben von nicht oder kürzer tragenden Tieren. Die niedrigsten Werte fanden sich in Milchproben von Kühen zwischen dem 35. und 100. Tag der Trächtigkeit, sie waren auch im Vergleich zu nicht tragenden Tieren signifikant erniedrigt. In 23,1 % der ausgewerteten Milchproben konnten euterpathogene Keime nachgewiesen werden. Koagulase-negative Staphylokokken lagen in 70,8 % der bakteriologisch positiven Proben vor, in 16,6 % Sc. uberis, 8,3 % enthielten koagulase-positive Staphylokokken, 2,9 % Sc. dysgalactiae und 1,4 % Sc. agalactiae. Proben, die mit mehr als einem euterpathogenen Keim infiziert waren, wiesen signifikant niedrigere IGF-1-Mittelwerte auf als Proben ohne Infektion beziehungsweise Proben mit koagulase-negativen Staphylokokken. Die Korrelation zwischen den IGF-1-Mittelwerten und dem Vorliegen beziehungsweise nicht Vorliegen eines euterpathogenen Keimes in der Probe betrug r = +0,11. Zwischen IGF-1-Konzentration und Zellzahl einer Milchprobe konnte ein linearer Zusammenhang nachgewiesen werden. Die Korrelation zwischen logarithmierten IGF-1-Werten und LSCS wurde mit r = +0,41 berechnet. Beim Vergleich der Mittelwerte der unterschiedlichen Zellzahlklassen fanden sich statistisch signifikante Unterschiede bereits ab einer Zellzahl von 50.000/ml, also noch im physiologischen Bereich. Der Gesundheitszustand der anderen Viertel eines Euters beeinflußte die in einem gesunden Viertel meßbaren IGF-1-Konzentrationen signifikant. Die niedrigsten IGF-1-Mittelwerte wurden für gesunde Viertel in gesunden Eutern berechnet. Wurde in einem der Viertel eines Euters erhöhte Zellzahlen in Kombination mit einer Infektion mit einem Mastitiserreger nachgewiesen, so waren die IGF-1-Mittelwerte der Milchproben aus den noch gesunden Viertel dieses Euters signifikant erhöht. Die erhöhten IGF-1-Mittelwerte, die in besonders exponierten Vierteln oder zu Zeiten erhöhter Belastungen für den Gesamtorganismus nachweisbar sind, lassen neben einer Beteiligung an Heilungsprozessen eine Schutzfunktion des IGF-1 für das Eutergewebe vermuten.

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Schriftenreihe des Instituts für Tierzucht und Tierhaltung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ; H. 139

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