Einfluss des Grades der Anstrengung auf die Gehstrecke im Sechs-Minuten-Gehtest

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Der Sechs-Minuten-Gehtest (6MWT) ist derzeit die Standardmethode zur globalen Beurteilung der funktionellen Kapazität kardial und pulmonal eingeschränkter Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Fragestellungen. Die in sechs Minuten zurückgelegte Wegstrecke (6MWD) und der hierbei empfundene Grad der subjektiven Anstrengung anhand der Borg-Dyspnoe-Skala (Borg-Index) werden standardisiert erhoben. In einer Vielzahl aktueller therapeutischer Studien für die pulmonale Hypertonie ist die 6MWD als primärer Endpunkt definiert worden, ohne jedoch dabei den Borg-Index zu berücksichtigen. Es könnte aber möglich sein, anhand des Borg-Index einen Korrekturfaktor der 6MWD zu definieren, der eine bessere Bewertung der 6MWD erlaubt. Ziel dieser Arbeit war die Analyse der Korrelationen zwischen der 6MWD und dem Borg-Index bei Patienten mit schwerer pulmonaler Hypertonie. Dies geschah im Hinblick auf die Frage, ob die Einführung eines Korrekturfaktors sinnvoll ist, um zukünftig Ergebnisse von Sechs-Minuten-Gehtests auf einen mittleren Grad der Anstrengung ("Standard-6MWT") normieren zu können. Um zudem die Übertragbarkeit dieses Ansatzes auf unterschiedliche Formen der pulmonalen Hypertonie zu überprüfen, wurden insgesamt 39 Patienten mit unterschiedlichen Ursachen der pulmonalen Hypertonie in die Studie eingeschlossen: 12 mit idiopathischer pulmonal arterieller Hypertonie (IPAH), 12 mit chronisch thromboembolischer PH (CTEPH), 6 mit assoziierten Formen der PAH (APAH) und 6 mit PH bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). 3 Patienten konnten im Nachhinein nach eingehender Untersuchung keiner dieser Gruppen zugeordnet werden. Ein wichtiges Einschlusskriterium war ein Vortest-Ergebnis für die 6MWD zwischen 150m und 550m. Die anthropometrischen Daten der eingeschlossenen Patienten sind mit Kollektiven anderer aktueller Studien vergleichbar. Alle Patienten absolvierten an drei verschiedenen Tagen jeweils einen von drei Sechs-Minuten-Gehtests in randomisierter Reihenfolge, je einen in angenehmem Tempo ( Normal-Versuch ), einen in etwas beschleunigtem ( Plus-Versuch ) und einen in etwas verlangsamtem Tempo ( Minus-Versuch ). Der Borg-Index, die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung wurden jeweils am Ende jeder Minute, die in sechs Minuten zurückgelegte Wegstrecke am Ende des Laufes erfasst. Sowohl für die in sechs Minuten zurückgelegte Strecke (Mittelwert±SEM) als auch den mittleren Borgindex (Borg1-6, Mittelwert±SEM) fand sich erwartungsgemäß ein kontinuierlicher Anstieg vom Minus-Versuch (6MWD: 329,4m(±69,1m), Borg1-6: 9,9(±2,1)) über den Normal-Versuch (6MWD: 385,1m(±78,8m), Borg1-6: 10,9(±2,3)) hin zum Plus-Versuch (6MWD: 421,8m(±84,0m), Borg1-6: 12,6(±2,3)). Der Anstieg der 6MWD vom Minus-Versuch zum Normal-Versuch (55,7m(±48,6m)) fiel höher aus als vom Normal-Versuch zum Plus-Versuch (36,7m(±61,1m)). Demgegenüber stieg der Parameter Borgindex vom Minus-Versuch zum Normal-Versuch (Borg1-6: 1,0(±1,7)) geringer an als vom Normal-Versuch zum Plus-Versuch (Borg1-6: 1,7(±1,6)). Wenn man für die Gesamtgruppe die Zunahme der Gehstrecke zur Zunahme des Borg-Index in Beziehung setzt, so ergibt sich im Übergang vom Minus-Versuch zum Normal-Versuch eine Steigerung der Gehstrecke um 57m pro Borgeinheit. Betrachtet man das gleiche für den Übergang vom Normal-Versuch zum Plus-Versuch , so ergibt sich eine Steigerung von 23m pro Borgeinheit. Dieses Ergebnis erlaubt die Etablierung einer Korrekturformel für die 6MWD. Nachdem im Normal-Versuch im Mittel ein Borg von 11 erreicht wurde, würde die Formel für den korrigierten 6MWT lauten 6MWDStandard=m*(11 Borg1-6)+6MWD. Dabei ist m für Borg-Werte <11 mit 57 und für Borg-Werte >11 mit 23 anzusetzen. Diese Formel ist allerdings nicht anwendbar für Patienten, die sich überanstrengt haben und beispielsweise während des 6MWT eine Pause einlegen mussten. In unseren Untersuchungen fanden wir zusätzlich einen starken linearen Zusammenhang zwischen der 6MWD und den Borgindizes bei ebenfalls guter Korrelation mit den Herzfrequenzen. Das bedeutet, dass unsere mittels des subjektiven Parameters Borg-Index erbrachten Ergebnisse eine signifikante Korrelation zu physiologischen Parametern haben. Die Anwendung der in dieser Arbeit hergeleiteten Korrekturformel für die 6MWD könnte eine bessere Vergleichbarkeit der Ergebnisse von Sechs-Minuten-Gehtests in wissenschaftlichen Studien und in der klinischen Routine und eine bessere Beurteilung des individuellen Verlaufes von Patienten mit pulmonaler Hypertonie ermöglichen.

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