Evaluation eines regelbasierten Therapieassistenten für die kalkulierte Antibiotikatherapie

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Bakterielle Infektionen stellen eine der häufigsten Komplikation bei der Behandlung von Intensivpatienten dar. Bei der Behandlung wird insbesondere auch die kalkulierte Antibiotikagabe eingesetzt. Zur Verbesserung der kalkulierten Antibiotikatherapie kommen vermehrt computergestützte Entscheidungshilfen zum Einsatz. Da die Übertragung eines solchen Systems an ein anderes Klinikum mit vielen Problemen verbunden ist, wurde am Universitätsklinikum Gießen der regelbasierte Therapieassistent Antibiotika-Wizard für die kalkulierte Antibiotikatherapie konzipiert und in das bestehende PDMS integriert. Ziel dieser Untersuchung war die Evaluation dieses Therapieassistenten. Im ersten Teil der Studie sollte die Praxistauglichkeit des regelbasierten Therapieassistenten Antibiotika-Wizard zunächst in einer theoretischen Studiensituation evaluiert werden. Hierzu wurden von 40 Probanden für zwei Studienpatienten kalkulierte Antibiotikatherapien verordnet. Diese Verordnung geschah randomisiert bei einem Fall über den Antibiotika-Wizard , beim anderen Fall auf konventionelle Art unter Inanspruchnahme der üblichen Hilfsmittel. Im Anschluss wurden die Therapien auf ihre Adäquatheit untersucht. Der zweite Teil dieser Arbeit ist der Nutzerbefragung gewidmet. Zum Einsatz kamen das IsoMetricsS-Inventar zur Testung der Benutzbarkeit von Software, ein eigens konstruierter Fragebogen zur Nutzerzufriedenheit sowie der Fragebogen zur Einstellung gegenüber neuen Informationstechnologien in der Medizin (FENIM).In der Studiensituation konnte gezeigt werden, dass die kalkulierte Antibiotikaanordnung über den Antibiotika-Wizard der konventionellen Verordnung in Hinblick auf die Wirkstoffauswahl, die Medikamentendosierung sowie die Beachtung von Begleiterkrankungen überlegen war. In komplexer gestalteten Situationen kam es jedoch zu Fehlern beim Durchlaufen des Entscheidungsbaumes, die in einigen Fällen in einer falschen Therapieauswahl resultierten. Diese Schwäche gilt es durch Überarbeitung des Programms sowie durch intensivere Schulung der Anwender zu beheben.Im Befragungsteil dieser Arbeit erzielte der Antibiotika-Wizard in den Bereichen Aufgabenangemessenheit , Selbstbeschreibungsfähigkeit , Erwartungskonformität und Erlernbarkeit des IsoMetricsS-Inventars zufriedenstellende Werte und war den Referenzsystemen IS-H*Med® und SAP R/3 HR® überlegen sowie mit dem Referenzsystem WinWord® für Windows® in den Subskalen Aufgabenangemessenheit , Erwartungskonformität und Erlernbarkeit vergleichbar. In den Bereichen Steuerbarkeit und Fehlerrobustheit sind Verbesserungen jedoch unbedingt von Nöten, um die Gefahr inadäquater Therapievorschläge durch das Programm zu minimieren.Im eigens entwickelten Fragebogen zur Nutzerzufriedenheit wurde diese von den Anwendern als gut beurteilt. Des Weiteren wurde der Bedarf am Therapieassistenten vor dem Hintergrund deutlicher Unsicherheiten auf dem Gebiet der kalkulierten Antibiotikatherapie seitens der Ärzte bejaht. In Diskrepanz hierzu steht jedoch die geringe Anwendung des Programms in der klinischen Routine. Ursächlich könnten u.a. eine unzureichende Benutzerschulung sowie Mängel an der technischen Umsetzung des Programms sein.Nach Auswertung des FENIM sind die befragten Ärzte mit der Integration neuer Informationstechnologien in den klinischen Alltag bislang nicht zufrieden. Positiver dagegen wurden die Fragen bewertet, die die Arbeitserleichterung sowie den persönlichen Umgang mit Computern betreffen.Insgesamt konnten in dieser Untersuchung interessante Daten zu Stärken und Schwächen des Therapieassistenten gewonnen werden, die im weiteren Implementierungsprozess von großem Nutzen sein können.

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