Analyse der biomechanischen Eigenschaften der primären Beugesehnennaht mit Schlingen-, Stich- und Knüpfknoten im Vergleich zu etablierten Nahttechniken am Tiermodell

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Die Durchtrennung der Beugesehnen der Hand ist eine häufig zu sehende und oft mit Komplikationen verbundene Verletzung, deren primäre Therapie der Wahl in der operativen Adaption der Sehnenstümpfe besteht. Die Ansprüche an die Beugesehnennaht sind hoch und beinhalten eine ausreichend kräftige Naht, die den Zugbelastungen einer frühfunktionellen Mobilisation standhalten kann, nur geringe Spaltbildung zulässt und Reibung und somit Adhäsion verhindert.Das Ziel der vorliegenden Arbeit war die Untersuchung definierter biomechanischer Eigenschaften der primären Beugesehnennaht mit Schlingen-, Stich- und Knüpfknoten im Vergleich zur Zechnernaht und zur modifizierten Kreuzstichnaht am Tiermodell. Weiterhin war zu überprüfen, ob die primäre Beugesehnennaht mit Schlingen-, Stich- und Knüpfknoten den Anforderungen einer übungsstabilen Beugesehnennaht gerecht werden und im klinischen Alltag Anwendung finden kann.Den Untersuchungen gingen makroskopische und histologische Vergleiche humaner und porciner Sehnen voraus, die die Wahl des porcinen Tiermodells bestätigten.Im Rahmen der experimentellen Untersuchungen wurde die Kraft (N) bei Versagen der Naht, die Spaltbildung (mm) bei Nahtversagen, die Kraft (N) bei 1 mm, 2 mm, 3 mm sowie 1 cm Spaltbildung und der Versagensmechanismus der Nähte überprüft. Hierzu wurden die porcinen Sehnen freipräpariert und in situ adaptiert. Es wurden jeweils 16 Sehnen mittels der 2-strängigen Zechnernaht, der 4-strängigen modifizierten Kreuzstichnaht und der ebenfalls 4-strängigen primären Beugesehnennaht mit Schlingen-, Stich- und Knüpfknoten verbunden.Während der anschließenden Zugversuche wurden die mit unterschiedlichen Nahttechniken vernähten Sehnen sowie 16 als Kontrollgruppe geltende native Sehnen mit einer Zuggeschwindigkeit von 0,1 mm/s maximalbelastet. Während dieser Zugversuche wurden Zeit, Weg und Kraft gemessen und anhand digitaler Videoaufzeichnungen und Fotos begutachtet. Die statistische Auswertung erfolgte im explorativen Sinn anhand des Kruskal-Wallis-H Tests sowie des Mediantests. Es wurde deutlich, dass die beiden 4-strängigen Nahttechniken, die modifizierte Kreuzstichnaht sowie die primäre Beugesehnennaht mit Schlingen-, Stich- und Knüpfknoten, einander hinsichtlich der Kraft und des Spaltbildungsverhaltens ebenbürtig und in beiden Aspekten der 2-strängigen Zechnernaht überlegen sind.Die primäre Beugesehnennaht mit Schlingen-, Stich- und Knüpfknoten weist darüber hinaus im Vergleich zur modifizierten Kreuzstichnaht deutlich weniger Nahtmaterial auf der Sehnenoberfläche auf, was einen geringeren Gleitwiderstand und damit ein geringeres Risiko für Adhäsionen bietet.Aufgrund ihrer großen Belastbarkeit, der verminderten Spaltbildung und ihrer reibungsminimierenden Fadenführung sollte die primäre Beugesehnennaht mit Schlingen-, Stich- und Knüpfknoten, trotz der komplexeren und damit zeitintensiveren Fadenführung, im klinischen Alltag Anwendung finden.Die Literaturrecherche zeigte besonders deutlich, dass die Vergleichbarkeit von Untersuchungen und Arbeiten mit ähnlichem Kontext, hier biomechanische Eigenschaften unterschiedlicher Nahttechniken, durch den Mangel an standardisierenden Definitionen der zu berücksichtigenden Bedingungen erschwert ist. Die Vielzahl der Modifikationen bestehender Nahttechniken demonstriert die fehlende Entscheidung zur Einigung auf einen Goldstandard.Neben der Optimierung und Weiterentwicklung der Nahttechniken wäre daher auch die Entwicklung von Leitlinien zu Beugesehnenverletzungen der Hand wünschenswert.

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