Langzeitverlauf nach paradoxer Hirnembolie

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Ziel der hier vorgelegten Arbeit war die Ermittlung der Rezidivrate bei Patienten mit Hirninfarkt und nachgewiesenem Rechts-Links-Shunt, bei welchen klinisch die Verdachtsdiagnose einer paradoxen Hirnembolie gestellt wurde. Zu diesem Zweck konnten wir auf lange zurückliegende Daten zurückgreifen, welche in dem betreffenden neurologischen Zentrum seit über zehn Jahren erhoben wurden. Ziel der Arbeit war es dabei, die entsprechenden Patienten möglichst vollständig zu erfassen und aus dieser 'Intention to study'-Gruppe von allen Patienten Verlaufsdaten zu erhalten, um den recall-bias zu minimieren. Darüber hinaus sollten weitere hypothetische Co-Faktoren für die Rezidivhäufigkeit bzw. mit postmöglichem Einfluss auf die Dauer des rezidivfreien Intervalls erhoben werden. Auf Grund theoretischer Überlegungen wurde die klinische Schwere des Infarktes, das Vorliegen einer angeborenen oder erworbenen Gerinnungsstörung sowie die funktionelle Bedeutung eines Rechts-Links-Shunts erfasst. Um den Einfluss konkurrierender Hirninfarktursachen gering zu halten, wurden keine Patienten, welche das 65. Lebensjahr vollendet hatten, eingeschlossen.Die klinischen und computertomographischen Merkmale des qualifizierenden Ereignisses wurden retrospektiv anhand der Unterlagen der Neurologischen Universitätsklinik Gießen erfasst. Alle ausgewählten Patienten wurden zu einem persönlichen Nachuntersuchungstermin einbestellt, bei welchem klinische und apparative Daten vervollständigt wurden. Insbesondere wurden die funktionelle Bedeutung des Rechts-Links-Shunts nach standardisierten Kriterien bestimmt und die gerinnungsphysiologischen Untersuchungen ergänzt. Es wurden insgesamt 56 Patienten aus den Datenbanken der Neurologischen Universitätsklinik Gießen sowie des Zentrums für Innere Medizin I ausgewählt. Drei Patienten (es handelte sich jeweils um ausländische Patienten, welche sich zum Zeitpunkt des qualifizierenden Ereignisses nur kurzfristig in Deutschland aufhielten) konnten nicht kontaktiert werden, so dass die Verlaufsuntersuchung 53 Patienten beinhaltete. Vier dieser Patienten hatten zwischenzeitlich ein Rezidiv erlitten, weitere fünf Patienten hatten sich während dieser Zeit einem transfemoralen Verschluss des offenen Foramen ovale unterzogen, so dass der Nachbeobachtungszeitraum mit dem Zeitpunkt des transfemoralen Verschlusses als beendet betrachtet wurde. Der maximale Beobachtungszeitraum betrug acht Jahre (durchschnittlich 4,5 Jahre). Es wurde eine Rezidivrate von 1,7% pro Jahr ermittelt. Ein signifikanter Unterschied zwischen der Patientengruppe mit Rezidiv und der Patientengruppe ohne Rezidiv für das Vorliegen eines funktionellen relevanten Shunts, ein spezielles vaskuläres Territorium, klinischer Schweregrad des qualifizierenden Ereignisses oder das Vorliegen einer Gerinnungsstörung lag nicht vor. Im Vergleich mit der Literatur lag die von uns ermittelte Rezidivrate am unteren Spektrum der von anderen Arbeiten berichteten Rezidivrate. Die vorliegenden Daten zeigen, dass die Rezidivrate in einem zwar kleinen aus der klinischen Praxis gewonnenen Patientenkollektiv niedriger ist als in den bisher berichteten, in klinisch kontrollierten Studien ermittelte Rezidivrate. Eine derartige niedrige Rezidivrate im Zusammenhang mit der Inzidenz verschiedener Begleitfaktoren sollte daher bei der Planung größerer Studien berücksichtigt werden, um eine Studie mit ausreichender Dauer zu planen.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Cerebrovascular Disease, 14 (2002), S. 267-269; Cerebrovascular Disease, 13 (2002), S. 25; Akt Neurol, 29 (2002), S. 83.

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform