Vergleichende Untersuchungen zum Salmonellen-Nachweis aus Lebensmitteln mit der revidierten ISO-Methode (ISO 6579:2002) unter besonderer Berücksichtigung chromogener Nährmedien
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Zusammenfassung
Infektionen durch Enteritis-Salmonellen gehören zu den am häufigsten erfassten Ursachen von Durchfallerkrankungen bei Menschen in den westlichen Industrienationen und werden überwiegend durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln tierischen Ursprungs ausgelöst. Weltweit ist durch enorme Fortschritte auf den Gebieten der Tierseuchen- und Krankheitsbekämpfung sowie der Lebensmittelhygiene ein steter Rückgang der Salmonellose des Menschen zu erkennen, dennoch wird sie auch zukünftig eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit darstellen. Die kulturelle Referenzmethode zum Nachweis von Salmonellen in Lebensmitteln umfasst eine nicht-selektive Voranreicherung, gefolgt von einer Selektivanreicherung mit anschließender Subkultivierung auf feste Selektivnährböden mit einer vorläufigen biochemischen und serologischen Bestätigung. Das Arbeitsprotokoll dieses sehr zeit- und materialaufwendigen Nachweisverfahrens wird in regelmäßigen Abständen von den Normierungskomitees überprüft und überarbeitet. In der vorliegenden Arbeit sollte der aktuelle und umstrittene Änderungsentwurf der horizontalen Norm zum Nachweis von Salmonellen aus Lebensmitteln und Futtermitteln ISO/DIS 6579:2000 mit dem noch geltenden Referenzverfahren nach § 64 LFGB kritisch verglichen werden. Gleichzeitig sollten die neuen chromogenen Selektivnährmedien AES-Salmonellen-Agar-Platte (ASAP), Oxoid Salmonella Chromogen-Medium (OSCM) und Miller-Mallinson-Agar (MM) hinsichtlich ihrer Effizienz geprüft werden. Von 286 nativen Hackfleisch- und Geflügelfleischproben waren insgesamt 39 (13,6 %) mit Salmonellen kontaminiert. Die höchste Nachweisrate gelang mit einer Selektivanreicherung in RVS (97,4 %), gefolgt von MKTTn (94,9 %) und SC (38,5 %). Im Vergleich zu den herkömmlichen Nährmedien BPLS, XLD und XLT4 gelang mit den neuen chromogenen Nährmedien MM, ASAP und OSCM bereits nach verkürzter Anreicherungszeit in RVS eine höhere Nachweisrate. Statistisch betrachtet konnte zwischen der alten und der neuen Referenzmethode kein signifikanter Unterschied gezeigt werden. Demnach ist die neue Referenzmethode als gleichwertig anzusehen. Sowohl unabhängig von der eingemischten Salmonella-Konzentration von 1-10, 11-50 oder 51-200 KbE S. Typhimurium/25 g Hackfleisch als auch von den im Versuch eingesetzten festen Selektivnährmedien, konnte bereits nach 24-stündiger Selektivanreicherung in RVS mit 24-stündiger Subkultivierung die höchste Salmonella-Wiederfindungsrate von jeweils 100 % erzielt werden. Nur mit dem MM-Medium gelang der Nachweis charakteristischer Salmonella-Kolonien sowohl von den ausgewählten Prüfstämmen der Serovare S. Senftenberg, Salmonella arizonae, S. Dublin als auch von S. Derby. Drei Non-Salmonella-Prüfstämme führten zu falsch-positiven Ergebnissen auf BPLS, XLD und XLT4. In eigenen Untersuchungen konnte ein repräsentatives Serovar- und Resistenzspektrum aus nativen Lebensmittelmatrizes im Laufe eines Jahres isoliert werden. Aus 39 Salmonella-positiven Hackfleisch- und Geflügelfleischproben konnten 43 Salmonellen-Stämme isoliert werden. Es dominierte der Serovar S. Typhimurium (n = 21) mit den Subtypen DT 104 B low, DT 104 L, DT 012 und RDNC. Einzelne Stämme der Serovare S. Paratyphi B d-Tartrat-positiv und S. Saintpaul, die aus der Matrix ´Geflügelfleisch isoliert wurden, waren multiresistent.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Fleischwirtschaft, 84 (2004), S. 218-220
