In der vorliegenden Arbeit sollte zunächst geklärt werden, in welchem Maße stabil gebundene Phosphate wie Apatit und Phytat in einem Boden durch Routine-bodenuntersuchungsmethoden erfasst werden können. Vor dem Hintergrund einer denkbaren Aneignung dieser P-Quellen durch aneignungseffiziente Pflanzen sollte dadurch eine Bewertung der Methoden hinsichtlich ihrer Eignung zur Erfassung stabiler Phosphate ermöglicht werden. Das Hauptziel der Arbeit war, festzustellen, ob Pflanzen sich die Phosphate der stabilen P-Fraktion aneignen können. Dabei sollten Unterschiede in der Aneignungseffizienz zwischen den Pflanzenarten herausgestellt werden. Schließlich sollte die Aneignung stabiler Phosphate durch Pflanzen noch dahingehend untersucht werden, ob es sich bei der Aneignung aus dem Boden um eine echte Mobilisierungsleistung durch eine physiologische Anpassung handelt, oder ob die Aneignung im Zusammenhang mit der Wurzelmorphologie der verschiedenen Versuchspflanzen steht.
Nach Zugabe unterschiedlicher stabiler P-Formen zu einem P-armen Boden konnte nach Analyse der Bodenproben mit verschiedenen Bodenuntersuchungsverfahren (CAL, DL, Olsen, Mehlich-III, P-Wasser, EUF) festgestellt werden, dass keine der gängigen Routinebodenanalysen eine Eignung aufwies, das dem Boden zugesetzte organische Phosphat Phytat zu erfassen. Das zugegebene apatitische Phosphat zeigte eine stark variierende Erfassbarkeit in Abhängigkeit von der Untersuchungsmethode. Hingegen konnte gezeigt werden, dass die P-Fraktionierung nach Kurmies (1971) eine exakte Erfassung aller zugegebenen Phosphatformen in Höhe der jeweils gedüngten Menge erlaubte.
In Vergleichsversuchen in der Klimakammer mit verschiedenen Versuchspflanzen konnte festgestellt werden, dass Pflanzen durchaus in der Lage sind, sich Phosphate der stabilen P-Fraktion anzueignen. Insbesondere Phytat konnte von allen Pflanzen in hohem Maß genutzt werden. Andererseits konnte gezeigt werden, dass die Versuchspflanzen sich in ihrer Fähigkeit, sich die stabilen Phosphate anzueignen, deutlich unterschieden. Während Raps (Brassica napus L.), gefolgt von Zuckerrübe (Beta vulgaris L. var. altissima Döll), Weißer Lupine (Lupinus albus L.) und Phacelie (Phacelia tanacetifolia Benth.) Phosphat aus dem zugesetzten Apatit anzueignen vermochte, konnten Mais (Zea mays L.), Mexikanische Sonnenblume (Tithonia diversifolia (Hemsley) Gray) und Straucherbse (Cajanus cajan L.) keinerlei Phosphat in dieser Variante entziehen.
Um festzustellen, ob es sich bei den Unterschieden in der Aneignungsleistung verschiedener Pflanzen um physiologisch oder wurzelmorphologisch bedingte Effekte handelt, wurden Raps und Mais in einem Versuch in Großgefäßen (Containern) miteinander verglichen. Dabei ließen sich zum einen die Ergebnisse aus den Vergleichsversuchen in der Klimakammer bestätigen. Zum anderen konnte durch die Messung der Wurzellängen ein Hinweis darauf gefunden werden, dass es sich bei der erhöhten P-Aneignungsleistung durch Raps um eine physiologische Mobilisierungsleistung handelt.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen