Ziel dieser Arbeit war es, nach einem adäquaten Modell für die HBV-Infektion zu suchen. Zum Zeitpunkt des Beginns der Doktorarbeit standen nur wenige schwer verfügbare Zellkultursysteme zur Verfügung, die sich mit Hepatitis B Virus (HBV) experimentell infizieren ließen. Die Versuche in dieser Arbeit konnten zeigen, dass die primären Tupaia-Hepatozytenkulturen ein praktikables System zur Messung der HBV-Infektiosität darstellen. Die Bereitstellung von Tupaia-Leber ist im Gegensatz zum primären humanen Hepatozytenkulturen gut planbar. Durch ihre nicht tumoröse Herkunft entspricht es den physiologischen Bedingungen im humanen Wirt.
Dieses System ist somit den primären humanen Hepatozyten überlegen.
Die quantitative real-time LightCycler PCR und RT-PCRs zur Detektion der replikativen Intermediate, cccDNA und der Gesamt-mRNA, in den frühen Phasen einer HBV Infektion wurde erfolgreich an infizierten primären Tupaia-Hepatozytenkulturen optimiert.
In einer Kinetik der Infektion von primären Tupaia Hepatozyten konnte gezeigt werden, dass die cccDNA, welche den ersten Marker einer etablierten Infektion darstellt, bereits 18 h nach der Infektion nachgewiesen werden kann. Am siebten Tag post infektionem wurde eine eindeutige Menge an viralem Sekretionsprodukte, HBeAg und HBsAg, nachgewiesen. Das heißt, erst sieben Tage nach der Infektion mit HBV hatte sich eine vollentwickelte HBV-Infektion etabliert.
Es konnte gezeigt werden, dass die Methodik der Quantifizierung von cccDNA mittels real-time PCR für den Nachweis von cccDNA auch an sehr geringen Mengen von Leberbiopsaten geeignet ist.
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