Retrospektive Untersuchung der Relevanz einer antimykotischen Therapie bei abdominellem Pilznachweis bei operativen Intensivpatienten

Lade...
Vorschaubild

Datum

Autor:innen

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Weltweit stellen Pilzinfektionen einen nicht zu vernachlässigenden Anteil der Infektionen beim Menschen dar. Dabei sind Candidämien gut beschrieben und Therapiestrategien vielfach diskutiert. Anders stellt sich die Lage bei abdominellen Pilzinfektionen dar. In der hier vorgelegten Arbeit wurden insgesamt 137 Patienten mit nachgewiesener abdomineller Pilzinfektion, aufgeteilt in drei Studienarme ( keine antifungale Therapie (N=56), empirische antifungale Therapie (N=29) und kalkulierte antifungale Therapie (N=52)) bezüglich des Erregers, ihrer Morbidität, der Latenz des Erregernachweises, der durchgeführten antiinfektiven Therapie, und des Beginns der Therapie für das Überleben der Patienten untersucht und verglichen. Dabei zeigte sich, dass C. albicans der insgesamt am häufigsten nachgewiesene Erreger war, gefolgt von C. glabrata. Die geringste Letalität zeigte die Gruppe der nicht therapierten Patienten mit 37,5%, gefolgt vom Kollektiv der empirisch Therapierten (51,7%). Die höchste Sterblichkeitsrate wies das Kollektiv der spezifisch Therapierten mit 61,5% auf. Bezüglich der Latenz der Befundmitteilung konnten wir feststellen, dass C. albicans am frühesten mit einer Befundlatenz von etwa 2 Tagen nachgewiesen werden konnte. Die Befunde von C. glabrata folgten durchschnittlich einen Tag später, am 3. Tag nach Probennahme. Bei der antiinfektiven Therapie zeigte sich, dass 50% der empirisch Therapierten, wie es auch die aktuelle Leitlinie aufgrund der breiteren und schnelleren Wirkung vorsieht, primär mit einem Echinocandin behandelt worden sind. Bei den spezifisch Therapierten wurde hingegen in 80% der Fälle primär mit einem Azol behandelt. Der Einsatz eines Echinocandins als Therapie der Wahl zur empirischen Behandlung antimykotischer Infektionen bei kritisch kranken Patienten konnte somit in dieser Arbeit bestätigt werden. Von einer generellen und ubiquitären antimykotischen Therapie hingegen muss auch unseren Ergebnissen nach weiterhin abgesehen werden. Neben der antiinfektiven Therapie konnte ebenso bestätigt werden, dass eine frühe und adäquate chirurgische Fokussanierung ebenfalls einen sehr hohen Stellenwert beim Therapiekonzept der abdominellen Pilzperitonitis zur Optimierung des Patientenoutcomes darstellt. Als negative Prädiktoren für das Patientenoutcome konnten wir in dieser Studie neben einem abdominellen Candida-Nachweis eine parenterale Ernährung, ein steigendes Alter, und das akute Leberversagen aufzeigen.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform